Rosmarin

Lesezeit 5 min

Rosmarin ist weltweit als aromatisches Gewürz der mediterranen Küche bekannt. Der immergrüne Halbstrauch hat seine Ursprünge im westlichen Mittelmeerraum, wurde aber auch an der östlichen Adria kultiviert und ist gelegentlich verwildert. Die grünen Blätter, die wie Nadeln aussehen, waren schon in der Antike aufgrund ihrer Heilkraft bekannt. Auch heute noch wird Rosmarin für seine Wirkung auf das Herz-Kreislauf-System, das Verdauungssystem und das Gedächtnis geschätzt.

Rosmarin ist ein buschiger Halbstrauch, der Höhen von 0,5 bis zwei Metern erreicht. Er hat braune, aufrechte und stark verzweigte Äste, die mit nadelähnlichen grünen Blättern übersät sind. Der Name Rosmarin leitet sich vom lateinischen „ros marinus“, also „Tau des Meeres“, ab und spielt auf seine Herkunft im mediterranen Raum an. Die botanische Bezeichnung lautet „Salvia rosmarinus“. Ab und an liest man noch den veralteten Namen „Rosmarinus officinalis“. Rosmarin bevorzugt sonnige, trockene und kalkreiche Standorte. Südlich der Alpen gilt er als winterhart. Bestimmte Züchtungen überleben auch bei uns den Winter im Freien.
Rosmarin ist leicht an seinem aromatischen Duft zu erkennen. Dieser leitet sich hauptsächlich von den verschiedenen ätherischen Ölen her, die den Rosmarin auch so wirkungsvoll als Heilkraut und beliebt als Küchengewürz machen. Die Blüten, die das ganze Jahr über entstehen können, sind blau, violett, rosa oder auch weiß und können ebenfalls verzehrt werden. Rosmarin fand aufgrund seines intensiven Geruchs schon sehr früh Anwendung als Duftpflanze in Parfums.

Wogegen hilft Rosmarin?

Rosmarin hat eine ganze Bandbreite von Einsatzgebieten. Sehr gerne wird Rosmarin bei Kreislaufschwäche und Durchblutungsstörungen angewendet. Er wirkt anregend bei der Blutzufuhr zu den Unterleibsorganen. Außerdem steigert er die Bildung von Magen- und Darmsaft. Darüber hinaus gilt Rosmarin als galle- und harntreibendes Mittel.
Seine positive Wirkung im Verdauungstrakt beschränkt sich jedoch nicht nur darauf. Rosmarin gilt als Appetitanreger und hilft gegen Blähungen. Er regt auch die Verdauung an. Achtung ist hier nur bei einer Überdosierung gegeben, zu der wir weiter unten noch zu sprechen kommen.
Äußerlich angewendet kann Rosmarin auch rheumatische Beschwerden und die Gicht lindern. Dasselbe gilt für Migräne-Attacken. Er wirkt außerdem desinfizierend und fördert die Wundheilung. Rosmarin wird gerne bei Erschöpfungszuständen und Gelenk- oder Muskelschmerzen eingesetzt. Neuere wissenschaftliche Studien haben übrigens bewiesen, was bereits die alten Griechen und Römer wussten: Rosmarin steigert die Gedächtnisleistung und das Konzentrationsvermögen. In diesem Zusammenhang wirken sich die ätherischen Öle auch positiv auf die Stimmung aus und sind antidepressiv. Zurückzuführen ist das wohl auf das Eucalyptol, das 35 % bis 45 % des ätherischen Rosmarinöls ausmacht.
Rosmarin kann zudem antiseptische und antibakterielle Effekte auf unseren Körper haben. Die nadelähnlichen Blätter, die sich sowohl zur inneren als auch zur äußeren Anwendung eignen, können aktuellen Studien zufolge sogar eine Rolle in der Behandlung bestimmter Krebserkrankungen spielen. Auch ihre antioxidative Wirkung ist mittlerweile unumstritten.

 

Wie wirkt Rosmarin?

Rosmarin kann seine Wirkung bei unterschiedlichen Anwendungsarten entfalten. Hauptsächlich wird Rosmarin als Gewürz in der Küche verwendet, was eine adäquate Zufuhrmöglichkeit darstellt. Am besten verwendet man dafür selbst gepflanzten Rosmarin oder kauft ihn in Bio-Qualität, da viele der im Supermarkt angebotenen Stängel Pestizid-Rückstände aufweisen.
Eine andere Möglichkeit ist es, Rosmarin direkt als Pulver zu kaufen und so in Speisen oder Getränke zu mischen. Dieses Pulver unterscheidet sich kaum von handelsüblichen getrockneten Rosmarin-Gewürzen. Zur oralen Einnahme eignen sich auch Rosmarin-Präparate. Auch Rosmarin-Öl kann oral eingenommen werden, indem man wenige Tropfen auf einen Zuckerwürfel gibt oder auch in den Tee mischt. Rosmarin-Tee ist ebenfalls üblich, um auf die belebende und verdauungsfördernde Wirkung des Strauches zurückzugreifen.
Als Badezusatz oder Salbe aus Rosmarin wird gerne bei Rheuma oder Gicht zurückgegriffen. Auch bei Migräne kann das Gewürz helfen. Studien haben herausgefunden, dass ätherisches Rosmarinöl einen positiven Einfluss auf unsere Gedächtnisleistung nimmt. Es fördert die Konzentration. Dass sich der Duft der Rosmarin-Pflanze auch noch positiv auf unsere Stimmung auswirkt, war gar nicht Objekt der Forschung, wurde jedoch von den Teilnehmern der Doppelblindstudie bemerkt. Übrigens berichteten die Probanden auch von einer Verbesserung des Hautbildes, was ebenso wenig Teil der Studie war.
Innerlich wie äußerlich angewandt, ist Rosmarin auch effektiv gegen Bakterien, Hefen und Pilzerkrankungen. Rosmarin entfaltet seine Wirkung als Gewürz, als Tee, in der Aromatherapie und bei kosmetischer Behandlung mit Seifen, Bädern und Cremen.

 

Dosierung und Einnahme von Rosmarin

Rosmarin sollte nicht überdosiert werden, da er sonst berauschend wirken kann und Krämpfe auslöst. Am besten sollte man die vom Hersteller empfohlene Tagesdosis einhalten.
Bei Tees kann man zwei bis vier Gramm der frischen Blätter mit einer Tasse kochendem Wasser übergießen und zirka acht Minuten ziehen lassen. Rosmarin-Tee kann dreimal täglich genossen werden.
Die empfohlene Tagesdosis bei einer Aromatherapie liegt bei 20 Tropfen des ätherischen Öls. Auch bei innerer Anwendung sollte diese Menge nicht überschritten werden. Am besten achtet man auch hier wieder auf die Herstellerhinweise. Für Bäder verwendet man in der Regel 50 Gramm Rosmarin pro Bad.

 

Nebenwirkungen von Rosmarin

Nebenwirkungen treten eigentlich nur bei einer Überdosierung auf. Bei Verwendung von Rosmarin als Gewürz braucht man sich jedoch keinerlei Sorgen zu machen. Hier kann es aufgrund des intensiven Geschmacks gar nicht zu einer Überdosierung kommen. Achtung ist bei Schwangerschaft geboten: Rosmarin wirkt wehenfördernd. In der brasilianischen Volksheilkunde wurde Rosmarin sogar als Abtreibungsmittel eingesetzt. Ab welcher Menge dies gilt, ist jedoch noch nicht erforscht. Auch Stillende sollten vom Einsatz von Rosmarin außerhalb der Küche absehen, da nicht geklärt ist, inwiefern die Inhaltsstoffe aus dem Kraut in die Muttermilch übergehen. Auch wird noch die Wirkung von Rosmarin auf Personen mit hohem Blutdruck geprüft, da dieser bei gesunden und herzkreislaufschwachen Personen kurzzeitig in die Höhe geht.
Eine Überdosierung mit Rosmarin kann Rauschzustände hervorrufen und zu Magen-Darm-Beschwerden inklusive Krämpfen führen. Auch die Nieren werden bei einer andauernden hohen Zufuhr geschädigt. Bei der äußerlichen, lokalen Anwendung können Hautreizungen die Folge sein.

 

Unsere Tees auf einen Blick

Häufige Fragen

Wie wirkt Rosmarin auf den Körper?

Rosmarin regt den Kreislauf an und fördert die Durchblutung. Außerdem fördert er die Bildung von Magen- und Darmsaft, wirkt appetitanregend und hilft gegen Blähungen.


Wobei kann Rosmarin unterstüzend wirken?

Rosmarin ist ein gutes Mittel, um einen schwachen Kreislauf in Fahrt zu bringen. Außerdem unterstützen die kleinen nadelähnlichen Blätter die Wundheilung und sind wirksam gegen Blähungen und Verdauungsprobleme. Das ätherische Öl des Rosmarin-Strauches kann die Gedächtnisleistung fördern und wirkt antidepressiv..


Wie kann man frischen Rosmarin zubereiten?

Frischer Rosmarin eignet sich hervorragend als Gewürz für Fleischgerichte und Kartoffeln. Besonders beliebt ist Rosmarin beim Grillen. Auch für Tees verwendet man frische Rosmarin-Blätter, die man direkt mit heißem Wasser aufgießt.


Kann Rosmarin den Blutdruck erhöhen?

Ja, Rosmarin hat einen positiven Effekt auf das Herz-Kreislaufsystem und lässt unseren Blutdruck ansteigen. Menschen mit Bluthochdruck können Rosmarin als Küchengewürz bedenkenlos konsumieren, sollten jedoch vor einer Anwendung des ätherischen Öls Rücksprache mit ihrem Arzt halten.


Wie viel Rosmarin darf man am Tag konsumieren?

Es gibt keinen Grund, sich bei der Verwendung von Rosmarin als Küchengewürz an ein Limit zu halten. Der aromatische und intensive Geschmack trägt von alleine Sorge dafür, dass man Rosmarin als Gewürz nicht überdosiert. Bei der Verwendung als Tee kann man ruhigen Gewissens drei Tassen täglich à zwei Gramm Rosmarin trinken. Von ätherischen Ölen verwendet man maximal 20 Tropfen pro Tag.