Darmgesundheit – was ist das?

Was einen intakten Darm von einer beeinträchtigten Darmgesundheit unterscheidet


Essen macht Spaß, solange der Darm funktioniert. Erst, wenn die Verdauung nicht mehr rund läuft, fühlen wir uns unwohl und fangen an, verstärkt auf unseren Körper zu hören. Wir fragen uns, was die Beschwerden auslöst und begeben uns auf die Suche nach einer Lösung um den Darm wieder in Schwung zu bringen.

Wann ist ein Darm überhaupt gesund?

Bevor die Medizin auf dem heutigen Stand war, hat man diesem Organ lediglich das Verdauen und Ausscheiden von Nahrung zugeschrieben. Das er weitaus mehr Funktionen übernimmt und ein intakter Darm wichtig oder sogar lebensnotwendig ist, davon ist die Wissenschaft heute überzeugt:

Die Darmflora sorgt für das nötige Gleichgewicht. Sie ist sozusagen das Ökosystem des Darms. Stress, Medikamente, Zigaretten und Giftstoffe in der Ernährung können die Darmflora ins Ungleichgewicht bringen und das wirkt sich letztendlich negativ auf die Verdauung aus. Die Folgen können Reizdarmsymptome mit sich bringen, ein Blähbauch oder Immunschwäche hervorrufen.  Auch Autoimmunerkrankungen und neurologische Erkrankungen werden in Zusammenhang mit Darmstörungen gebracht. So kann eine Entzündung des Darms Auslöser für Schilddrüsenunterfunktionen, Rheuma, Multiple Sklerose, Autismus und Depressionen sein.

So funktioniert Ihr Darm, wenn er gesund ist

Bevor die Nahrung in den Darm gelangt, wird sie vom Mund zerkleinert und mit Speichel vermischt. Von dort gelangt sie in den Magen, der sie anschließend durch die Magensäure spaltet und mechanisch zersetzt.

Der Dünndarm übernimmt den nächsten und sehr wesentlichen Schritt. Er ist dafür zuständig, dass der Nahrung die notwendigen Nährstoffe entzogen werden. Die Bauchspeicheldrüse sowie die Gallenblase steuern die Verdauungssäfte, die die Nahrung weiter zerlegen. Dieser Prozess ist notwendig, um die Nährstoffe für die Aufnahme über die Darmzotten vorzubereiten. Immunzellen und Darm-Antikörper sorgen während des Vorgangs dafür, dass keine Giftstoffe in den Körper gelangen. Unterstütz wird dieser Prozess durch die Darmflora, die dafür zuständig ist, durch Zufuhr von Bakterien die Darmschleimhaut zu schützen.

Durch die Darmzotten gelangen die Nährstoffe letztendlich in den Blutkreislauf und dieser sorgt wiederrum dafür, dass der Körper mit ausreichend Energie versorgt wird. Der verbleibende Darminhalt gelangt anschließend in den Dickdarm. Dieser entzieht der unverdauten Nahrung Wasser und bereitet diese für das Ausscheiden durch den Mastdarm vor. In der Regel sollte mindestens dreimal pro Woche zu einer Darmentleerung mit einem geformten homogenen Stuhl kommen!

Haben Sie eine normale Darmaktivität?

Es gibt keine Verdauungsnorm, die auf jeden Menschen gleichermaßen umgelegt werden kann. Allerdings gibt es Richtlinien, die ich gerne heranziehe, um zu entscheiden, ob ein Darm gesund ist oder nicht. Der tägliche Stuhlgang ist ein Indikator für eine gesunde Darmaktivität. Dabei sollte der Stuhl jedoch nicht zu hart oder zu weich sein und der Ausscheidungsvorgang nicht mit übermäßig viel Druck ausgeübt werden. Die „Bristol Stuhl Skala“  beschreibt 7 Stufen des Stuhls, die 4. Stufe ist die optimale: geformt, wurstartig und glatt.

Bauchschmerzen und übermäßige Blähungen nach dem Essen sind Anzeichen für eine nicht ordnungsgemäß funktionierende Verdauung. Darmwinde (Link zum Beitrag Darmwinde) sind ein normaler Zustand, wenn diese nicht übelriechend und über einen längeren Zeitraum anhalten. Ein intaktes Immunsystem und eine stabile psychische Verfassung haben ebenfalls Auswirkungen, die zu normalen Darmaktivitäten verhelfen.

So halten Sie Ihren Darm gesund

Die Basis eines gesunden Darms wird bereits während der Geburt und kurz danach gelegt. Vor der Geburt ist der Darm frei von Bakterien, da er zu diesem Zeitpunkt noch nicht jene Funktion hat, die er außerhalb des Mutterleibs übernimmt. Während des Geburtsvorganges wird das Kind sozusagen mit den mütterlichen Bakterien „geimpft“. Je gesünder die Darmflora der Mutter desto stabiler baut sich der kindliche Darm auf.

Bei einer Fehlbesiedlung des mütterlichen Darms und nach Kaiserschnittgeburten kann es bereits früh zu Störungen beim Verdauungstrakt des Kindes kommen. Bauchweh und Schreien, nächtliche Unruhe und Erbrechen sind häufige Symptome. Unsere Ernährung trägt wesentlich zur Erhaltung der Darmgesundheit bei. Zu viel Fleisch, Kuhmilch, Käse, Weizen und künstliche Zuckersirupe verändern die Darmflora. Durch diese Nahrungsmittel vermehren sich Fäulnisbakterien, durch die giftige Abfallstoffe entstehen.

Ganz grundsätzlich können wir sagen, dass eine Ernährung dann gesund ist, wenn sie zu einem gesunden Darm beiträgt. Die Zufuhr von Ballaststoffen, durch die sich wichtige Milchsäurebakterien bilden halten den Darm darüber hinaus gesund.

Sie glauben, Ihr Darm ist nicht gesund?

Die Symptome und Ursachen dafür können unterschiedlicher nicht sein. Bluthochdruck, Übergewicht, ständige Müdigkeit oder Lustlosigkeit bis hin zur Depression können die Folgen eines ungesunden Darms sein. Wichtig ist, dass Sie Ihre Stuhlgänge überwachen und ungefähr wissen, wie oft es zur Ausscheidung kommt. Oftmals sind es auch Kleinigkeiten, die den Stuhlgang erschweren, wie das Trinken von zu wenig Wasser.

Eine Ferndiagnose ist hier weder sinnvoll noch hilfreich. Bei Unsicherheiten, sollten Sie sich von einem Darm-Experten beraten und untersuchen lassen.

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