Darmviren

Viren gibt es schon länger als es Lebewesen gibt. Sie sind kleine, meist runde oder stäbchenförmige Partikel aus Erbgut, die sich weder bewegen noch vermehren können. Daher gelten Viren auch nicht als Lebewesen.

Dennoch überleben sie ziemlich gut. Viren sind anpassungs- und widerstandsfähig. Wissenschaftler schätzen, dass es rund 100 Millionen Virustypen auf der Erde gibt.

Woher sie kommen, ist nicht restlos geklärt. Sehr wohl aber, wo sie überall sind. Von der Tiefsee bis zur Antarktis gibt es praktisch keinen Lebensraum, wo nicht auch ein Virus zu finden ist.

Um sich vermehren zu können, braucht der Erreger einen Wirt. Da kommt der Mensch ins Spiel. Er kann sich mit einem Virus infizieren und hilft ihm unbewusst dabei, sich zu vermehren. Merkbar wird ein Virus erst, wenn er eine Erkrankung hervorruft. Und die kann auch den Darm betreffen.

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Welche Darmviren gibt es?

Viren gibt es viele. Solche, die Darminfektionen hervorrufen sind schon etwas seltener. Einige Erreger jedoch, lösen hauptsächlich Beschwerden im Verdauungstrakt aus. Typisches Symptom einer Darminfektionen mit Viren ist Durchfall.

Das sind die häufigsten Erreger einer viralen Darminfektion:

  • Noroviren:
    Noroviren sind sehr widerstandsfähig, was sie umso tückischer macht. Der Erreger wird meist über Tröpfcheninfektion direkt von Mensch-zu-Mensch übertragen. Doch er kann auch auf Oberflächen überleben. Sind sie mit Noroviren kontaminiert, erfolgt über Schmierinfektion ebenfalls eine Ansteckung.Noroviren halten Temperaturen von -20 bis +60° Celsius aus. Sie kommen weltweit vor. Insbesondere zur Winterzeit ist eine Häufung an Infektionen zu verzeichnen. Da der Virus hoch ansteckend ist, breitet er sich insbesondere in Gemeinschaftseinrichtungen rasend schnell aus.

    Betroffene leiden unter heftigem Durchfall, Übelkeit und schwallartigem Erbrechen. Auch Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sind häufig Symptom einer Noroviren-Infektion. Der Krankheitsverlauf ist dafür kurz. Die Symptome klingen nach maximal drei Tagen wieder ab.

  • Rotaviren:
    Rotaviren sind Haupterreger von Durchfallerkrankungen bei Kindern. Geschätzt zwischen 50 und 80 Prozent der Erkrankungen werden ihnen zugesprochen.
    Übertragen wird der Virus hauptsächlich durch Schmierinfektion. Er kann aber auch in Lebensmitteln und Wasser enthalten sein.

    Infizierte haben starken Brechdurchfall, der gerade bei Säuglingen und Kleinkindern schnell zu einer Austrocknung führen kann. Auch Fieber und Bauchschmerzen sind typisch für eine Rotavirus-Infektion. Säuglinge können gegen den Rotavirus geimpft werden.

     

  • Adenoviren:
    Eine Infektion mit Adenoviren muss nicht zwingend Beschwerden im Darm verursachen. Die Erkrankung kann auch die Atemwege, die Augenbindehaut und die Hornhaut betreffen.Am häufigsten treten Infektionen am Auge auf. Schlägt der Virus auf den Darm macht er sich durch Brechreiz und Durchfall bemerkbar.

    Adenoviren werden direkt von Mensch-zu-Mensch oder indirekt über kontaminierte Oberflächen übertragen. Es dauert in der Regel fünf bis zwölf Tage bis die Krankheit nach Infektion ausbricht. Der Adenovirus ist sehr widerstandsfähig und hoch ansteckend.

  • Reoviren:
    Dieses RNA-Virus löst Erkrankungen im Bereich der Lunge und Atemwege (Respirationstrakt) und ebenso im Bereich des Verdauungsapparates (Gastrointestinaltrakt) aus.Nach einer Inkubationszeit von ein bis drei Tagen tritt bei einer Erkrankung des Verdauungstraktes Durchfall mit Schmerzen auf. Die Infektion kann allerdings auch asymptomatisch, also ohne Beschwerden, verlaufen.

    US-amerikanische Wissenschaftler der University of Chicago bringen Reoviren mit der Entstehung der Autoimmunerkrankung Zöliakie in Zusammenhang.

Was sind Darmviren?

Darmvirus ist ein anderer Begriff für einen viralen Erreger, der Darminfektionen hervorruft. Viren sind einfach ausgedrückt reine Erbsubstanz.

Sie bestehen aus DNA oder RNA in einer Kapsel und/oder Hülle. Um sich vermehren zu können, braucht ein Virus einen Wirt. Das kann ein Mensch, ebenso wie ein Tier, eine Pflanze oder ein Bakterium sein.

Im Vergleich zu einem Bakterium besitzt ein Virus keinen eigenen Stoffwechsel, weshalb er sich nicht selbstständig vermehren kann.

Hat er einen Wirt gefunden, dringt er in dessen Zellen ein. Die Wirtszelle produziert dann neue Erreger. Viren können viele unterschiedliche Erkrankungen auslösen, darunter auch Darminfektionen.

Eine Infektion kann in einigen Fällen mit Virostatika, also virenhemmenden Mitteln, behandelt werden. Ansonsten beschränkt sich die Therapie auf die Behandlung der Symptome. Gegen manche virale Erreger gibt es Impfungen, etwa gegen den Influenza-Virus oder den Rotavirus.

Woher kommen Darmviren?

Die Erreger werden in vielen Fällen über Schmierinfektion übertragen. Das bedeutet, dass sie etwa von Oberflächen aufgenommen werden.

Viren sind widerstandsfähig, weshalb sie auch außerhalb eines Wirts überleben können und teils große Temperaturspannen aushalten. Sie können an Oberflächen wie Lichtschaltern, Türklinken oder Waschbecken haften bleiben. Berührt jemand diese Gegenstände, setzt sich der Erreger an der Hand fest. Von da gelangt er relativ einfach in den Mund und damit in den Körper.

Doch auch kleinste Partikel von Stuhl oder Erbrochenem können Viren enthalten und über Hände weitergegeben werden.

Andere Viren werden ebenfalls mittels Tröpfcheninfektion verbreitet. Winzige Speichel-Tropfen reichen für eine Infektion aus.

Auch Lebensmittel und Wasser können von Viren verunreinigt sein. Wird das Essen nicht ausreichend erhitzt oder verunreinigtes Wasser getrunken, gelangen die Viren über den Verdauungstrakt in den Organismus.

Woran erkennt man eine Infektion mit Darmviren?

Hat man sich mit einem Darmvirus angesteckt, führt das in den meisten Fällen zu einer akuten Magen-Darm-Infektion. Sie äußert sich durch (heftiges) Erbrechen und Durchfall. Damit unterscheidet sie sich nicht von jenen Infektionen, die durch Bakterien ausgelöst werden, etwa einer mit Salmonellen. Darmerkrankungen mit Viren sind in der Regel nach einigen Tagen überstanden.

Was tun gegen Darmviren?

Die beste Art sich gegen die Erreger zu schützen, ist die Einhaltung von Hygienemaßnahmen. Auch die Vermeidung von Kontakt zu bereits infizierten Personen schützt vor einer Ansteckung.

Zudem kann ein starkes, intaktes Immunsystem den Körper vor krankmachenden Erregern schützen und eine Infektion oder zumindest einen schweren Krankheitsverlauf verhindern.

Da 80 % des Immunsystems im Darm sitzen, hat die Gesundheit des Verdauungsvorgangs entscheidenden Einfluss auf die Stärke der Abwehrkräfte.

Das Immunsystem kann einerseits durch ausgewogene, ballaststoffreiche sowie fett- und zuckerarme Ernährung unterstützt werden.

Zudem kann das Gleichgewicht der Darmflora mit Hilfe von Probiotika aufgebaut und beibehalten werden.

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Hygienemaßnahmen gegen eine Virusinfektion:

  1. regelmäßiges, gründliches Händewaschen mit Seife nach dem Toilettengang und vor der Zubereitung von Speisen sowie vor dem Essen
  2. ggf. Desinfektion der Hände
  3. ggf. Einmalhandschuhe verwenden
  4. Vermeidung von engem Kontakt zu infizierten Personen
  5. Oberflächen im Umfeld einer infizierten Person regelmäßig gründlich reinigen
  6. ausschließlich eigene Hygiene- und Kosmetikprodukte verwenden
  7. ausschließlich eigene Handtücher verwenden
  8. Fleisch und Fisch gut durchgaren
  9. regelmäßiges (Stoß-)Lüften
  10. Waschmaschine zumindest einmal pro Woche mit 60°C laufen lassen