Darmpilze

Ein Pilz im Darm – das hört sich unangenehm an. Tatsächlich beherbergen aber die meisten von uns Hefepilze in ihrem Darm. Manche Pilzarten sind natürlicher Bestandteil unserer Darmflora und im Normalfall auch kein Problem. Denn sie werden vom Immunsystem in Schach gehalten. Anders, wenn Darmflora und Abwehrkräfte schwächeln. Dann können sich die ansonsten harmlosen Pilze vervielfachen und Infektionen hervorrufen.

Welche Darmpilze gibt es?

Die am häufigsten vorkommenden Darmpilze gehören der Gattung Candida an. Dabei handelt es sich um Hefepilze. Die Gattung umfasst wiederum rund 150 verschiedene Unterarten. Sie siedeln sich beim Menschen in Schleimhäuten an – auch in der Darmschleimhaut. Löst ein Candida-Pilz eine Infektionskrankheit aus, spricht man von einer Candidose.

Zur Gattung Candida zählen unter anderem:

Candida albicans (CA)

Rund 80 % aller Infektionen mit einem Candida-Pilz sind dem Candida albicans zuzuschreiben. Der Hefepilz kann Mensch wie Tier befallen. Mediziner schätzen, dass bis zu 75 % aller Menschen den Erreger in sich tragen.

Das ist nicht schlimm, solange sich der Pilz nicht ausbreiten und eine Infektion auslösen kann. Das passiert etwa, wenn die Darmflora und in weiterer Folge das Immunsystem geschwächt sind. Dann kann der Erreger nicht mehr in Schach gehalten werden. Entzündungen entstehen.

Ist der Organismus besonders geschwächt, etwa nach einem operativen Eingriff am Darm, kann der Pilz größeren Schaden anrichten und innere Organe befallen. Candida albicans kann sich übrigens in allen Schleimhäuten ansiedeln. Er kann also im Darm ebenso wie im Mundraum oder im Genitalbereich stecken.

Eine Infektion mit dem Candida albicans äußert sich durch unterschiedliche Symptome. Hat er sich im Darm angesiedelt, treten meist diffuse Beschwerden auf.

Dazu zählen etwa ein Blähbauch, aber auch Bauchschmerzen, sich abwechselnde Durchfälle und Verstopfungen, Migräne oder Gelenkbeschwerden. Auch Heißhungerattacken und Juckreiz am After können auf eine Infektion hindeuten, müssen es aber nicht.

Candida krusei (CK)

Auch Candida krusei ist im Normalfall unbedenklich und häufig Teil der Darmflora. Er konnte in Menschen, Tieren und sogar Pflanzen nachgewiesen werden. Der Pilz wird erst dann zu einem gesundheitlichen Problem, wenn Menschen kurzzeitig oder dauerhaft abwehrgeschwächt sind. Dann kann sich der Pilz teils explosionsartig vermehren und in begrenzten Bereichen oder im gesamten Organismus zu Pilzinfektionen führen.

Im schlimmsten Fall kann er eine Blutvergiftung auslösen und damit für den Betroffenen lebensgefährlich werden. Candida krusei kommt in Nahrungsmitteln wie Fleisch oder Alkoholika ebenso vor wie im Boden oder im Abwasser.

Candida glabrata (CG)

Dieser Hefepilz der Gattung Candida greift bei einer Infektion auf die Eisenreserven im Körper zurück. Diese nutzt er, um wachsen zu können, wie Wissenschaftler der Medizinischen Universität Wien nachweisen konnten.

Das kann durchaus gefährlich werden. Jährlich versterben weltweit 400.000 Menschen an den Folgen einer Infektion mit Candida glabrata.

Der Pilz ist gegen viele Medikamente resistent. Risikofaktoren für den Ausbruch einer Infektion sind ein schwaches Immunsystem, Vorerkrankungen sowie hohes Alter. Auch eine im Rahmen von medizinischen Behandlungen durchgeführte Immunsuppression begünstigt den Ausbruch einer Infektion mit Candida glabrata.

Candida dubliniensis (CD)

Dieser Candida-Pilz ist der Wissenschaft noch nicht sehr lange als eigene Art bekannt. Er wurde erst in den 90er-Jahren von Forschern in Dublin identifiziert. Daher auch seine Namensgebung. Der Pilz existiert natürlich schon länger.

Früher wurde er aufgrund seiner Ähnlichkeit oft mit dem Candida albicans verwechselt. Tatsächlich werden bei einer Candidose häufig beide Arten nachgewiesen. Candida dubliniensis tritt überdurchschnittlich häufig in der Mundhöhle von HIV-Patienten auf. Ursache dafür ist das geschwächte Immunsystem der Betroffenen. Auch dieser Pilz kann sich erst bei einer eingeschränkten Abwehrkraft ausbreiten. Daher fallen Menschen mit Krebs, Diabetes mellitus, sowie Menschen, die mit Antibiotika behandelt wurden, in die Risikogruppe.

Für die Ausbreitung braucht der Pilz die richtige Temperatur. Diese liegt bei 30-37° Celsius. Der menschliche Körper ist somit das perfekte Reservoir für den Hefepilz. Ab 42° C kann er sich nicht mehr verbreiten. Candida dubliensis kann diverse Organe befallen.

Candida parapsilosis (CP)

Candida parapsilosis wird meist über direkten oder indirekten Kontakt mit Infizierten oder kontaminierten Gegenständen verbreitet. Der Hefepilz hat als Krankenhauskeim an Relevanz gewonnen. Da er sich gut an medizinischen Geräten anhaftet, kann er gerade bei Operationen oder medizinischen Behandlungen leicht in den Organismus gelangen.

Besondere Vorsicht ist daher beim Einsetzen von Implantaten oder Kathetern geboten. Der Pilz siedelt sich in den Schleimhäuten an. Bei geschwächtem Immunsystem breitet er sich im Körper aus und befällt Muskeln, Herz und Nervensystem. Bei einem umfangreichen Befall kann der Pilz schwerwiegende Infektionen auslösen.

Candida tropicalis (CTp)

Dieser Pilz ist vor allem für Infektionen der Harnwege und Pilzbefall rund um Nägel bekannt. Auch häufige Nebenhöhlenentzündungen können ein Hinweis auf eine Infektion sein.

Doch der Candida tropicalis siedelt sich auch im Darm an und kann sich im gesamten Körper ausbreiten. Ob er wie Candida albicans Teil einer normalen Darmflora ist, ist unter Wissenschaftlern nach wie vor umstritten.

Breitet er sich im Verdauungstrakt aus, treten Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen, Durchfall oder Verstopfung auf.

Ist die Darmschleimhaut entzündet und wird diese durchlässiger, kann sich Candida tropicalis im gesamten Körper ausbreiten. Dann besteht auch die Gefahr einer Sepsis (Blutvergiftung).

Der Pilz kommt im Boden, aber auch in Nahrungsmitteln und Getränken vor. Eine Ansteckung kann beispielsweise über den Verzehr von Fisch, Garnelen, Kefir oder Früchten erfolgen.

Betrachtet man die Gesamtheit aller Candidosen, spielt Candida tropicalis eine untergeordnete Rolle. Rund 10 % aller Fälle werden ihm zugeschrieben.

Candida lusitaniae (CL)

Bei Candida lusitaniae sind sich Wissenschaftler einig: Er ist kein Bestandteil einer gesunden menschlichen Darmflora.

Er kann mittels Schmierinfektion übertragen werden und wurde u.a. in Kuhmilch nachgewiesen. Candida lusitaniae kann bei immungeschwächten Personen systemische Infektionen auslösen.

Das bedeutet, dass sich der Keim über die Blutbahn im gesamten Organismus ausbreitet. Ist einmal die Lunge von einer Infektion betroffen, kam es häufig zu einer lebensbedrohlichen Blutvergiftung. Dieser Fall tritt allerdings selten ein.

Was sind Darmpilze?

Darmpilze gehören meist zur Gattung der Hefepilze. Sie sind kleine Keime, die den menschlichen Körper als Wirt nutzen.

Einige Darmpilze wie etwa der Candida albicans sind normaler Bestandteil unserer Darmflora. Sie sind großteils harmlos. Wisschenschaftler schreiben ihnen sogar einige positive Eigenschaften zu. So sollen sie dem Körper etwa bei der Beseitigung von Schwermetallen behilflich sein. All das ändert sich allerdings, wenn sich die Pilze im Darm ausbreiten können.

Ist das Verdauungsorgan unter Umständen auch noch entzündet und wird es dadurch durchlässiger, findet der Pilz seinen Weg vom Darm in den Blutkreislauf und breitet sich im ganzen Körper aus.

Betroffene leiden dann unter diffusen Beschwerden wie Gelenkschmerzen, Müdigkeit oder Atemproblemen. Solange das Immunsystem stark ist, machen Pilze meist keine Probleme. Doch wenn die Abwehrkräfte sie nicht mehr in Schach halten, ändert sich das und die Pilze werden zu pathogenen Erregern, lösen also Krankheiten aus. Diese können teils schwere Verläufe nehmen und im schlimmsten Fall tödlich enden.

Woher kommen Darmpilze?

Darmpilze sind auf einen Wirt angewiesen und siedeln sich in den Schleimhäuten an. Sie können direkt von Mensch zu Mensch übertragen werden. Das passiert zwar nicht immer mittels Händedruck oder Umarmung, aber etwa bei einem Kuss oder bei Geschlechtsverkehr. Doch auch verunreinigte Lebensmittel oder Schimmelpilze in der Wohnung können eine Pilzinfektion hervorrufen.

Der Candida-Pilz hat sich im Verdauungsorgan vieler Menschen angesiedelt, bleibt grundsätzlich aber unbemerkt.

Solange die Darmflora stabil und das Immunsystem intakt ist. Werden diese etwa durch die Einnahme von Antibiotika, häufigen Stress oder ungesunde Ernährung mit viel Zuckerkonsum geschwächt, kann das der ausschlaggebende Grund für die Entstehung einer Pilzinfektion sein.

Wie werden Darmpilze festgestellt?

Die Diagnose eines Darmpilzes ist kein leichtes Unterfangen. Der Arzt kann Kot-, Speichel- und Blutprobe zur Feststellung einer Pilzinfektion heranziehen. Allerdings bedeutet selbst ein negatives Ergebnis nicht immer, dass bei dem Patienten keine Pilzinfektion vorliegt. Denn die Pilze werden beispielsweise nicht gleichmäßig mit dem Stuhl ausgeschieden, sie bilden Nester. Erwischt man eine Kotprobe ohne Nest, sind die Pilze nicht nachweisbar, obwohl sie sehr wohl vorhanden sind.

Was hilft gegen Darmpilze?

Die wohl beste Vorbeugung gegen Pilzerkrankungen im Darm ist ein intaktes Immunsystem. Da 80 % des Immunsystems im Darm angesiedelt sind, gilt es, den Darm gesund zu halten.

Das erfolgt einerseits über die Ernährung. Ballaststoffreiches, zucker- und fettarmes Essen tut dem Darm gut und liefert der Darmflora ausreichend Nahrung.

Sie schützt das Verdauungsorgan vor dem Befall mit krankheitserregenden Keimen und trainiert das Immunsystem. Auch ausreichend Bewegung, genügend Schlaf und ein gutes Stressmanagement sind für ein starkes Immunsystem unvermeidbar.

Die Darmflora kann mit Hilfe von Probiotika unterstützt werden. Diese Nahrungsergänzungsmittel enthalten eine konzentrierte Anzahl an lebenden Darmbakterien, die somit gezielt im Darm angesiedelt werden können.

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Bei einer vorliegenden Candidose kann zudem das Präbiotikum Dr. Wallner Darm-Repair eingenommen werden. Es beruhigt die Darmschleimhaut und unterstützt bei der Ausleitung von Giftstoffen aus dem Darm.