Selen

Selen ist ein chemisches Element mit dem Zeichen Se. Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet „Mond“. Tatsächlich hat der Entdecker das Mineral nach der griechischen Mondgöttin „Selene“ benannt. Selen stellt für den Menschen ein essentielles Spurenelement dar. Das bedeutet, es ist lebenswichtig, kann aber vom Körper nicht selbst hergestellt werden. Selen ist Teil vieler Enzyme und Hormone im Körper. Ein Mangel, aber auch eine Überversorgung können schlimme Folgen haben.

Was ist Selen?

Selen zählt zu den Halbmetallen und ist sowohl im Wasser als auch in der Erde in unterschiedlichen Konzentrationen enthalten. Selbst in Weltraumgestein wurde Selen nachgewiesen. Da Menschen Selen über die Nahrung aufnehmen müssen, ist die Versorgung von der Ernährung aber auch vom Boden abhängig. In der Viehzucht wird Selen den Futtermitteln beigemischt. Dadurch ist meist auch in selen-armen Gebieten eine Versorgung über Fleisch, Eier und Milchprodukte gewährleistet. Veganer jedoch haben es in Ländern wie Österreich, Deutschland oder der Schweiz schwer, den Selenbedarf zu decken. Andere Länder wie Finnland beispielsweise reichern bereits Düngemittel mit dem Spurenelement an.

Wo ist Selen enthalten?

Selenhaltige Lebensmittel sind:

  • Fisch
  • Fleisch
  • Eier
  • Pilze
  • Kohl
  • Zwiebel
  • Linsen
  • Spargel
  • Nüsse

Allerdings ist bei pflanzlichen Lebensmitteln der Selengehalt sehr stark vom Boden abhängig. Unter den Nüssen sticht vor allem die Paranuss heraus. Der Selengehalt von nur einer einzigen Nuss liegt im Schnitt bei 50 Mikrogramm des Spurenelements.

Wie kann es zu einer Selen-Unterversorgung kommen?

Ein Selen-Mangel ist häufig krankheitsbedingt. Chronisch entzündliche Darmerkrankungen, Mukoviszidose (das ist eine erbliche Stoffwechselstörung), das Kurzdarmsyndrom, Niereninsuffizienz und eine chronische Dialyse können zu einem Selen-Mangel führen. Aber auch eine Mangel- oder Fehlernährung kann eine Unterversorgung mit dem Spurenelement zur Folge haben. In unseren Breiten kann man bei veganer Ernährung den Selen-Bedarf nicht über die Nahrung decken, da die Böden selbst selen-arm sind. Es empfiehlt sich in jedem Fall die Deckung über Nahrungsergänzungsmittel. Dabei ist jedoch zu erwähnen, dass auch Tierprodukte hierzulande den Selenbedarf nur deshalb decken können, da Selen bereits dem Futtermittel der TIere zugesetzt wurde.

Welche Arten von Selen gibt es?

Selen zeigt sich in unterschiedlichen chemischen Verbindungen. Für die Medizin und die Nahrungsmittelergänzung spielen zwei Selen-Verbindungen eine Rolle:

  • Natriumselenit – eine anorganische Selen-Verbindung, die vom Körper sehr gut verwertet werden kann. Allerdings dauert es länger, bis die Wirkung einsetzt.
  • Selenmethionin – eine organische Selen-Verbindung, die sehr schnell wirkt, allerdings nicht gleich gut verwertbar ist wie Natriumselenit.

Welche der beiden Selen-Quellen besser geeignet ist, um einen Mangel zu decken, sollte ein Arzt entscheiden.

Wogegen hilft Selen?

Selen ist an über 25 Enzym- und Hormonprodukten im Körper beteiligt und hat dadurch eine Vielzahl an Funktionen. Als Nahrungsergänzungsmittel empfiehlt es sich für Menschen, die an einem Selen-Mangel leiden. Eine Unterversorgung zeichnet sich durch eine Störung der Muskelfunktion und ein schlechtes Immunsystem aus. Auch die Spermaproduktion wird durch einen Selen-Mangel verringert. Erste Anzeichen sind eine dünne, schuppe Haut oder weiße Flecken auf den Fingernägeln.
Gerade in der Schwangerschaft ist eine Versorgung mit ausreichend Selen wichtig. Folgen einer Unterversorgung können ein verringertes Geburtsgewicht oder die Präeklampsie sein. Dabei handelt es sich um eine Erkrankung in der Schwangerschaft, die mit erhöhtem Blutdruck und Eiweißausscheidung im Urin einhergeht. In schlimmsten Fall kann der Mangel an Selen zu einer Fehlgeburt führen.
Das Mineral kommt außerdem in medizinischen Anti-Schuppen-Shampoos zum Einsatz. Auch für Pferde gibt es selen-basierte Produkte gegen Juckreiz. Besonders hervorzuheben ist auch die Rolle, die Selen bei Schilddrüsen-Unterfunktion spielt. Außerdem ist Selen ein wichtiger Bestandteil im Kampf gegen freie Radikale und schützt so vor oxidativem Stress.
Bei massivem Mangel treten – allerdings meist regional eingeschränkt – zwei schwerwiegende Krankheiten auf: Die Keshan-Krankheit, die den Herzmuskel betrifft, und die Kaschin-Beck-Krankheit, eine Gelenksknorpeldegeneration.

Wie wirkt Selen?

Selen ist an sehr vielen Prozessen im Körper beteiligt, weil es in verschiedene Enzyme und Hormone eingebaut wird, die allesamt wichtige Funktionen übernehmen. Auf den Darm hat Selen eine besondere Wirkung, da es freie Radikale bindet, die zu entzündlichen Darmkrankheiten führen können. Deshalb findet sich Selen auch als Inhaltsstoff in den Darm-Leaky-Kapseln. Selen ist nämlich Bestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase. Dieses Enzym ist einer der wichtigsten Radikalfänger im menschlichen Körper und ohne Selen als Bestandteil ist das Enzym quasi handlungsunfähig. Daher ist Selen unabdingbar für ein normal funktionierendes Immunsystem.
Auch das Schilddrüsenhormon Thyroxin wird durch Selen aktiviert. Fehlt dieses, kommt es zu einer Schilddrüsenunterfunktion. Außerdem ist das Mineral auch an der Samen- und Spermaproduktion maßgeblich beteiligt und notwendig für eine normale Fruchtbarkeit des Mannes. Ebenso brauchen wir Selen für schöne Haare und Nägel.

Dosierung und Einnahme von Selen

Die innerhalb von Europa empfohlene Tagesdosis an Selen beträgt 70 Mikrogramm für Männer und 60 Mikrogramm für Frauen. Bei Kindern und Jugendlichen ist der Bedarf geringer. Schwangerschaft und Stillzeit können einen höheren Bedarf hervorrufen.
Ob eine Ergänzung durch Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll ist, klärt man am besten über das Blutbild ab. Dazu muss das Labor auch die Mikronährstoffe ermitteln, zu denen Selen zählt. Wichtig ist jedoch, dass man Selen nicht überdosiert, da dies zu einer Vergiftung führen kann. Die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit beschränkt eine sichere Dosis auf maximal 300 Mikrogramm.

Nebenwirkungen von Selen

Selenpräparate sind an sich gut verträglich. Gefährlich wird nur die Überdosis, da Selen in zu großen Mengen toxisch wirkt. Man spricht dann von einer Selenose oder Selen-Vergiftung. Da der individuelle Bedarf nicht genau feststellbar ist, kann hierzu lediglich festgehalten werden, dass manche Personen bereits ab 400 Mikrogramm pro Tag über Vergiftungserscheinungen wie Übelkeit, Erbrechen, Haarverlust, Veränderungen an den Nägeln oder Erschöpfung klagten. Schwere Vergiftungen sind wirklich gefährlich und können zu Leberzirrhose oder Herzinsuffizienz führen. Charakteristisch für eine Überdosierung ist ein knoblauchartiger Mundgeruch.

Häufig gestellte Fragen:

Für was ist Selen gut?

Selen ist Bestandteil von über 25 Enzymen und Hormonen im menschlichen Körper. In dieser Funktion sorgt es zum Beispiel als Radikalfänger für ein stabiles Immunsystem, es schützt die Zellmembranen vor oxidativer Zerstörung und aktiviert ein wichtiges Schilddrüsenhormon, ohne das es zu einer Unterfunktion kommt.

Wie äußert sich Selenmangel?

Erste Anzeichen für einen Selenmangel können weiße Flecken auf den Fingernägeln sein. Die Haut wird dünn und schuppig oder brüchig. Weitere Folgen sind Störungen der Muskelfunktion oder Gelenke.

Sollte man Selen zusätzlich einnehmen?

Ob Selen in Form von Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden sollten, bespricht man vorab mit dem Arzt. Der kann anhand des Blutbildes sehen, ob ein Mangel besteht. Wenn keine Unterversorgung besteht, braucht man Selen auch nicht zusätzlich einzunehmen.

Wo ist am meisten Selen drin?

Paranüsse sind Spitzenreiter unter den Nüssen und enthalten gleich 50 Mikrogramm Selen pro Nuss! Fisch, Fleisch, Eier und Milch sind gute tierische Selen-Lieferanten. Auch Pilze, Kohl- und Zwiebelgemüse sind reich an Selen, genauso wie Linsen und Spargel. Der Anteil variiert jedoch sehr stark je nach Selen-Gehalt des Bodens.

Wie viel Selen darf man am Tag nehmen?

Der Bedarf eines Erwachsenen liegt zwischen 60 und 70 Mikrogramm pro Tag. Die tägliche 300 Mikrogramm-Marke sollte man aufgrund von Vergiftungsgefahr nicht überschreiten!

Dr_Wallner
Autor: Dr. Gerhard Wallner

Dr. med. Gerhard Wallner ist der Begründer der Marke Kompetenzzentrum Bauch . Der gebürtige Salzburger führte in seiner aktiven Zeit als Arzt ein Gesundheitszentrum in Wien und verschrieb sich der Forschung und Behandlung in der Darm-Medizin. Sein jahrzehntelang gesammeltes Know-How fließt nun in die Entwicklung der Dr. Wallner Nahrungsergänzungsmittel.