Quercetin

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Quercetin ist ein gelber Naturfarbstoff, ein sogenanntes Flavonoid und trägt seinen Namen in Anlehnung an das lateinische Wort für „Eiche“ (quercus). Allerdings bedeutet das nicht, dass Quercetin nur in der Baumrinde zu finden ist. Es ist in der Natur weit verbreitet und somit auch Bestandteil vieler pflanzlicher Lebensmittel.

Was ist Quercetin?

Quercetin gehört zu den Flavonoiden. Diese Farbstoffe sitzen hauptsächlich in den bunten, farbigen Teilen der entsprechenden Obst- und Gemüsesorten. Daher ist die Quercetin-Konzentration meist in den Schalen von Gemüse und Früchten sehr hoch. Durchs Schälen geht also viel dieses sekundären Pflanzenstoffs verloren. Auch durch Garen kann Quercetin entschwinden. Beim Kochen jedoch geht es ins Kochwasser über.

 

Welche Lebensmittel enthalten viel Quercetin

Quercetin kann in vielen pflanzlichen Nahrungsmittel mit farbenprächtigem Aussehen gefunden werden. Beispiele für Nahrungsmittel, die man leicht in den entsprechenden Mengen essen kann, sind Zwiebel, Äpfel, Brokkoli, grüne Bohnen und Wein, wobei Rotwein mehr Quercetin enthält als Weißwein, weil das Flavonoid in den Schalen von Weintrauben enthalten ist. Dadurch ist die Verweildauer auf der Maische ausschlaggebend für die Menge des enthaltenen Quercetin.


Andere pflanzliche Nahrungsmittel enthalten mehr Quercetin, als die oben genannten, kommen aber in unseren Speisen häufig nur in geringen Mengen vor. Das wären zum Beispiel:

 

  • Kapern
  • Liebstöckel
  • Tee
  • Grünkohl
  • Weintrauben
  • Schnittlauch

Auch einige Beeren und Früchte versorgen den Organismus mit Quercetin. Zu beobachten ist, dass Kulturpflanzen weniger Flavonoide enthalten als wild wachsende:

 

  • Heidelbeeren
  • Kirschen
  • Himbeeren
  • Schwarze Johannisbeeren
  • Brombeeren
  • Preiselbeeren
  • Zitrusfrüchte
 

Wogegen hilft Quercetin?

Quercetin ist gleich an einer ganzen Reihe von Körperfunktionen beteiligt. Die gesamte Wirkungspalette ist noch nicht vollständig erforscht, jedoch haben einige Doppelblindstudien mit Placebo-Gruppen verdeutlicht, dass sich Quercetin positiv auf die Leistungsfähigkeit von Sportlern auswirkt, indem es die maximale Sauerstoff-Aufnahme steigert. Außerdem verbessert es die Ermüdungszeit und verringert Muskelkater. Bei der entsprechenden Studie wurden den Testpersonen über 14 Tage hinweg täglich 1.000 mg Quercetin verabreicht. Die Ergebnisse gegenüber der Placebo-Gruppe waren signifikant.


Doch Quercetin wirkt auch im Alltag leistungssteigernd, es hilft nämlich gegen chronische Müdigkeit und kann einen antidepressiven Effekt haben.

 

Die Forschung hat es sich gerade zur Aufgabe gemacht, zu erkunden, ob Quercetin auch gegen Gicht, Alzheimer und Parkinson eingesetzt werden kann.

 

Wie wirkt Quercetin?

Quercetin ist an vielen Prozessen im Körper beteiligt. Neben der leistungssteigernden Wirkung ist besonders die antioxidative Wirkung des Flavonoids interessant. Ähnlich wie einige Vitamine schützt Quercetin vor freien Radikalen und dient so dem Zellschutz. Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die entzündungs- und krebshemmende Fähigkeit. Quercetin hindert Tumorzellen am Wachstum und kann sie sogar abtöten.
Aktuell wird auch daran geforscht, wie sich die Zugabe von Quercetin bei Erkältungskrankheiten auswirkt. 

 

Dem Polyphenol wird nachgesagt, dass es die Symptome lindert und die Krankheitstage reduzieren kann. Vorbeugend eingenommen soll es außerdem die Anfälligkeit für Atemwegsinfektionen minimieren. In diesem Zusammenhang könnte Quercetin auch effektiv gegen den Corona-Auslöser SARS-Covid-19 wirken. Die Wirkung von Quercetin bei einer Corona-Infektion ist jedoch noch nicht vollständig erforscht.

 

Dosierung und Einnahme von Quercetin?

Bei der Einnahme von Quercetin-Präparaten ist den Hersteller-Angaben unbedingt Folge zu leisten. Über die normale Nahrung ist es nicht möglich, Quercetin zu überdosieren.

 

Nebenwirkung von Quercetin?

Die kurzzeitige, orale Einnahme von Quercetin gilt als sicher, sofern man die empfohlene Tagesration von maximal 1.000 mg nicht überschreitet. Intravenös verabreichtes oder hoch dosiertes Quercetin kann toxisch sein. Die Folgen sind leichte bis starke Kopfschmerzen. Auch Kribbeln in den Gliedmaßen ist typisch für eine Überdosierung. Für Schwangere und Kinder liegen keine Studien vor, daher ist von einer Einnahme abzuraten.


Bei der Einnahme von Quercetin kann es zu Wechselwirkungen mit Bortezomib kommen. Dabei handelt es sich um ein Arzneimittel das bei Myelom eingesetzt wird. Myelom ist eine von den Plasmazellen des Knochenmarks ausgehende Krebserkrankung.

 

Häufige Fragen

Welche Nebenwirkung hat Quercetin?

Quercetin ist gut verträglich, wenn man sich an die empfohlenen Tagesrationen hält und 1.000 mg täglich nicht überschreitet. Ansonsten kann es zu Vergiftungserscheinungen mit Kopfschmerzen und Kribbeln in Armen und Beinen kommen.


Wie wirkt Quercetin aufs Immunsystem?

Quercetin ist in unserem Körper als Radikalfänger sehr wichtig. Außerdem kann es vorbeugend gegen Erkältungskrankheiten wirken.


Wer sollte Quercetin nicht zu sich nehmen?

Aufgrund der fehlenden Studienlage wird die Einnahme von Quercetin Schwangeren, Kindern und stillenden Müttern nicht empfohlen. Auch Menschen mit Nierenschäden und jene, die das Medikament Bortezomib einnehmen, sollten von einer Nahrungsergänzung mit Quercetin lieber absehen.


Kann man Quercetin täglich einnehmen?

Quercetin ist in vielen pflanzlichen Lebensmitteln enthalten, dabei spricht nichts gegen eine tägliche Aufnahme. Durch die reine Nahrungsmittelkonsumation kann Quercetin nicht überdosiert werden.


Wie viel Quercetin bei Corona?

Die Auswirkung von Quercetin auf eine Corona-Infektion ist noch nicht vollständig erforscht. Man geht derzeit davon aus, dass die Einnahme von 500 mg/Tag als Nahrungsergänzungsmittel den Verlauf mindern kann. Jedenfalls sollte man eine Dosis von 1.000 mg/Tag nicht überschreiten.