Kamille

Die Kamille oder “Echte Kamille”, wie sie richtigerweise zu bezeichnen ist, zählt zu den Korbblütlern und hat in unseren Breiten eine lange Tradition als Volksheilmittel. Ursprünglich kommt sie aus Vorderasien und Süd-/Osteuropa, mittlerweile ist sie in ganz Europa heimisch und wird auch in anderen Ländern der Welt kultiviert. Zu erkennen ist die Kamille leicht an ihrem intensiven, angenehmen Geruch. Für die Medizin bietet die Echte Kamille eine ganze Reihe an Anwendungsmöglichkeiten.

Was ist Kamille?

Die Kamille ist eine sehr populäre Arzneipflanze, die Bestandteil vieler Kosmetika, aber auch einiger Nahrungsergänzungsmittel ist. Besonders beliebt ist hierzulande der Kamillentee, der vor allem bei Magen-Darm-Beschwerden Anwendung findet.
Die Kamille wird 15 bis 50 Zentimeter hoch und wächst aufrecht. Das Aussehen der Blüten erinnert ein wenig an Gänseblümchen, jedoch ist die Kamille wesentlich höher und krautig verzweigt. Es handelt sich dabei um eine einjährige Pflanze, die sehr charakteristisch riecht. In Tirol wächst sie übrigens bis zu einer Seehöhe von 1.300 m. In Arzneimittel findet man meist Kulturkamillen. Diese stammen aus Argentinien, Ägypten, Ungarn oder Bulgarien. Kleinere Zuchtgebiete gibt es auch in Deutschland, Tschechien oder Spanien.

Welche Arten von Kamille gibt es?

Meistens wird in der Literatur von sieben Kamille-Arten gesprochen. Ob es tatsächlich so viele sind, ist nicht mit Sicherheit zu sagen. Die Echte Kamille ist eine von ihnen und die einzige, der eine heilende Wirkung nachgesagt wird. Auch bei uns finden sich einige Doppelgänger, die entweder in Geruch oder Aussehen der Echten Kamille sehr ähneln. Die Strahlenlose Kamille beispielsweise riecht ähnlich, ihr fehlen aber die weißen Strahlenblütenblätter. Sie hat nur die inneren, gelben Röhrenblüten. Die Geruchlose Kamille und die Hundskamille sehen der Echten Kamille ähnlich, riechen aber nicht so gut. Gerade weil Kamille-Präparate auch immer wieder durch andere Kamille-Arten verunreinigt sein können, sollten Menschen mit Korbblütler-Allergien auf eine Anwendung mit Kamille verzichten. Hundskamille kann beispielsweise sehr starke allergische Reaktionen auslösen. Zum Glück sind aber ohnehin nicht viele Menschen davon betroffen.

Wogegen hilft Kamille?

Die Kamille ist bekannt dafür, Krämpfe im Magen-Darm-Bereich zu lindern. Für solche Beschwerden kommt bei Jung und Alt meist Kamillentee zum Einsatz. Die Pflanze wirkt gegen Blähungen und als Krampflöser, und ist daher bei vielen Problemen im Verdauungstrakt effektiv. Solche wären:

  • Gastritis (Magenschleimhautentzündung),
  • Enteritis (Dünndarmentzündung),
  • Colitis (chronische Entzündung des Dick-, genauer gesagt des Grimmdarms),
  • Blähungen
  • Krämpfe
  • Menstruationsbeschwerden.

Zusätzlich wirkt Kamille beruhigend und angstlösend. Neben den positiven Effekten auf den Verdauungstrakt wird das Kraut auch gegen Atemwegserkrankungen angewendet. Die entzündungshemmende Wirkung entfaltet die Kamille nicht nur im Darm, sondern auch bei Haut- und Schleimhautentzündungen. Auch bakterielle Entzündungen im Rachen, im Mund und am Zahnfleisch werden häufig mit Kamille behandelt.
Kamille kann je nach Leiden entweder lokal aufgetragen oder oral eingenommen werden. Bei Atemwegserkrankungen empfiehlt es sich, aufgegossene Kamille (auch in Teeform) zu inhalieren. Sitzbäder und Spülungen helfen bei Krankheiten im Genital- und Analbereich wie Hämorrhoiden.

Wie wirkt Kamille?

Die Kamillenblüten sind reich an ätherischem Öl, das der Pflanze auch den charakteristischen, intensiven Geruch verleiht. Außerdem kommen Flavonoide (wasserlösliche Pflanzenfarbstoffe) zum Einsatz, die entzündungshemmend und immunstärkend wirken. Neben diesen gesundheitsfördernden Anwendungsgebieten wirkt die Kamille auch:

  • antibakteriell
  • wundheilungsfördernd
  • desodorierend (körpergeruchsregulierend)
  • wundheilungsfördernd
  • krampflösend
  • beruhigend

Die Kamille hilft dem Verdauungstrakt, indem sie die Säurebildung im Magen hemmt und im Gegenzug hilft, magenschützende Stoffe zu produzieren. In manchen Völkern wird Kamillentee übrigens gern vor dem zu Bett gehen getrunken. Er soll die Muskeln entspannen und für einen angenehmen Schlaf sorgen.

Dosierung und Einnahme von Kamille

Die richtige Dosierung hängt stark von der Form ab, in der die Kamille eingenommen oder aufgetragen wird. In den meisten Fällen wird sie in Form von Kamillentee getrunken. Davon kann man drei bis vier Tassen pro Tag trinken. Das unterstützt den Verdauungstrakt, hilft effektiv gegen Kämpfe und wirkt auf den gesamten Organismus beruhigend. Wenn Kamille auf entzündete Hautstellen aufgetragen wird, empfiehlt es sich, erst mit dem Arzt Rücksprache zu halten. Präparate, die Kamille als Inhaltsstoff führen, etwa Darm Repair“, sollten nach Herstellerangaben eingenommen werden. In diesem Fall dreimal täglich. Auch Inhalationen oder Sitzbäder kann man ohne Bedenken mehrmals täglich durchführen.

Nebenwirkungen von Kamille

Vorsicht ist eigentlich nur für Personen mit einer Korbblütler-Allergie geboten. Wer Kamille überdosiert, muss unter Umständen mit leichten Beschwerden wie Übelkeit (mit oder ohne Erbrechen) oder einer Überempfindlichkeit der Haut rechnen. Auch geht man mittlerweile davon ab, Kamille gegen Augeninfektionen einzusetzen. Das war früher durchaus üblich, doch aufgrund möglicher Verunreinigungen empfiehlt sich dies nicht mehr.

Häufig gestellte Fragen

Für was ist Kamille gut?

Die Echte Kamille wirkt krampflösend bei Beschwerden im Magen-Darm-Trakt. Außerdem ist sie ein Entzündungshemmer und gilt als Heilmittel bei Atemwegserkrankungen und Entzündungen im Mund- und Rachenraum.

Wann soll man Kamillentee trinken?

Bei Bauchschmerzen, Sodbrennen oder Verdauungsproblemen empfiehlt es sich, vor der Mahlzeit einen Kamillentee zu trinken. Er wirkt krampflösend und beruhigend.

Warum hilft Kamillentee bei Entzündungen?

Das ätherische Öl und die Flavonoide (pflanzliche Farbstoffe) der Echten Kamille wirken entzündungshemmend und krampflösend auf den menschlichen Körper.

Wann sollte man keinen Kamillentee trinken?

Abzuraten vom Kamillenteekonsum ist jenen Menschen, die an einer Korbblütler-Allergie leiden. Auch bei einer starken Pollenallergie kann es zu Reaktionen auf die Kamillenblüte kommen.

Warum ist Kamillentee ungesund?

Vorausgesetzt man hat keine Allergie gegen Korbblüter, besteht keine gesundheitliche Gefahr durch den Konsum von Kamille. Bei übermäßiger Einnahme kann die Haut zu Überempfindlichkeit neigen oder es wird einem übel. Eventuell muss man auch erbrechen. Bis zu vier Tassen Kamillentee täglich sind jedoch völlig unbedenklich.

Dr_Wallner
Autor: Dr. Gerhard Wallner

Dr. med. Gerhard Wallner ist der Begründer der Marke Kompetenzzentrum Bauch . Der gebürtige Salzburger führte in seiner aktiven Zeit als Arzt ein Gesundheitszentrum in Wien und verschrieb sich der Forschung und Behandlung in der Darm-Medizin. Sein jahrzehntelang gesammeltes Know-How fließt nun in die Entwicklung der Dr. Wallner Nahrungsergänzungsmittel.