Glutamin

Glutamin ist eine nicht essentielle Aminosäure, was bedeutet, dass der Körper diese selbst herstellen kann. Er produziert sie aus Glutaminsäure, die somit die Vorstufe für Glutamin bildet. Glutamin ist die mengenmäßig am stärksten vertretene Aminosäure im Körper. Besonders wichtig ist sie für die Proteinproduktion, aber auch für den Wasserhaushalt und die Zellerneuerung.

Was ist Glutamin?

Glutamin findet sich als Zwischenprodukt im Stoffwechsel aller Lebewesen. Es kann in Pflanzen, Tieren, Pilzen und Bakterien nachgewiesen werden. Beim Menschen findet man die höchste Konzentration des farblosen und kristallinen Proteinbestandteils in den Muskelzellen, die diesen auch herstellen. Neben der Eigenproduktion nehmen wir Glutamin auch über die Nahrung auf. Hier sind einige (von vielen) Glutamin-reiche(n) Speisen:

Glutamin Anteil in pflanzlichen Lebensmitteln je 100 g

  • Sojabohnen: 6,5 g
  • Erdnüsse: 5,6 g
  • Dinkelmehl: 5,2 g
  • Linsen: 4,5 g
  • Haferflocken: 3,1 g
  • Reis: 1,6 g

Glutamin-Anteil in tierischen Produkten je 100 g

  • Parmesan: 8,1 g
  • Kochschinken: 4,4 g
  • Hühnerbrust: 4,1 g
  • Rindfleisch: 4,1 g
  • Schweinefleisch: 3,9 g
  • Hühnereier: 1,8 g
  • Vollmilch: 0,8 g

Bei einer ausgewogenen Ernährung und ohne gesundheitliche oder verletzungsbedingte Vorbelastung ist kein Glutamin-Mangel zu befürchten. Auch bei veganer Ernährung besteht keine Gefahr, vorausgesetzt man ist nicht zusätzlich noch aufgrund von Allergien oder Unverträglichkeiten ernährungstechnisch eingeschränkt. 

Welche Arten von Glutamin gibt es? 

Es gibt zwei Glutamin-Arten, die in ihrer chemischen Struktur genau spiegelverkehrt angeordnet sind. Das ist einerseits das L-Glutamin, andererseits das D-Glutamin. Das D-Glutamin kommt allerdings nicht in Proteinen vor. Auch ein Gemisch der beiden Glutamin-Arten, das man als racemisches DL-Glutamin bezeichnet, spielt keine Rolle für den menschlichen Stoffwechsel. Daher bezieht sich die Bezeichnung Glutamin in diesem Beitrag ausschließlich auf das L-Glutamin.

Wogegen hilft Glutamin? 

Eine Zufuhr an Glutamin ist dann notwendig, wenn es der Körper aufgrund bestimmter Gegebenheiten nicht selbst herstellen und/oder durch die Nahrung aufnehmen kann. Das ist bei schweren Verletzungen und Operationen der Fall oder bei großflächigen Verbrennungen. Aber auch anstrengendes, sportliches Training, Stress oder Infektionen verbrauchen oft mehr Glutamin, als der Körper bereitstellen kann. Gut ein Drittel des Glutaminbedarfs wird im Darm weiterverarbeitet. Der Darm profitiert selbst von der Aminosäure. Sie ist ein Hauptnährstoff des Darmepithels und trägt zur Bildung neuer Zellen bei. 

Wie wirkt Glutamin? 

Glutamin ist für die Wassereinlagerung in unseren Zellen verantwortlich. Bei Belastung bewirkt es, dass sich das Zellvolumen vergrößern kann. Außerdem fördert die Aminosäure die Bildung von Protein und Glykogen. Die medizinischen Einsatzgebiete sind zwar vielschichtig, aber nur bei einem Mangel notwendig. Ein möglicher Glutamin-Mangel führt zu:

  • einem schwachen Immunsystem
  • einem erhöhten Infektionsrisiko
  • einem Verlust von Muskelmasse
  • einem (ungewollten) Gewichtsverlust bei chronischen Darmkrankheiten wie Morbus Crohn

Diese Mangelerscheinungen wiederum sind eher selten und meist auf besondere Lebensumstände zurückzuführen. Bei großflächigen Verbrennungen werden Glutamin-Präparate sogar intravenös verabreicht, um die Heilung der Haut zu unterstützen. In Kombination mit anderen Aminosäuren ist Glutamin außerdem im Stande, ein wichtiges körpereigenes Antioxidans, nämlich Glutathion zu produzieren. Glutamin liefert außerdem Energie an Zellen, die sich sehr schnell teilen. In dieser Funktion wird es gerne nach Operationen und Verletzungen oder auch bei chronischen Erkrankungen verabreicht, weil es die körpereigene Abwehr stärkt. Es reduziert auch die Nebenwirkungen von Chemo- und Bestrahlungstherapien. Energie liefert es außerdem an die Darmschleimhaut, weshalb es bei chronischen Darmerkrankungen eingesetzt wird. 

Weitere Funktionen von Glutamin in unserem Körper sind:

  • Es stellt Stickstoff zur Produktion der kleinsten Zellbausteine bereit.
  • Es unterstützt unsere Stoffwechselvorgänge.
  • Es ist ein Proteinbaustein. 
  • Es liefert Energie für unser Immunsystem, für Zellen und Gewebe.
  • Es wirkt regulierend auf die Eiweißbilanz der Muskulatur.
  • Es reguliert den Säure-Basen-Haushalt.
  • Es beugt frühzeitiger Hautalterung vor.
  • Es stärkt die Haarfollikel.
  • Es wirkt der Speicherung von Fett entgegen.

 

Dosierung und Einnahme von Glutamin 

Als Therapie werden in der Regel zwischen 2 und 10 Milligramm Glutamin pro Tag verabreicht. Bei schwerem Mangel können bis zu 40 mg über eine Sonde zugeführt werden. Da eine Einnahme von Glutamin im Alltag eher unüblich und nicht nötig ist, empfiehlt es sich hier auf den Rat des Arztes zu hören, der die Einnahme verordnet. 

Nebenwirkungen von Glutamin 

Glutamin-Präparate sind in der Regel gut verträglich. Sollten höhere Dosen oral eingenommen werden, empfiehlt es sich, diese über den Tag zu verteilen, weil sie sonst zu Blähungen und Durchfall führen können. Menschen mit Epilepsie oder Glutamat-Unverträglichkeit sollten lieber auf eine Zufuhr von Glutamin verzichten, weil dies zu einer Steigerung des Glutamatspiegels führen kann. Allerdings wird dies auch eher bei längeren Therapien mit hohen Dosen beobachtet. 

Häufig gestellte Fragen

Für was ist Glutamin gut?

Glutamin beliefert jene Zellen mit Energie, die sich sehr schnell teilen. Außerdem ist es für die Wassereinlagerung in den Zellen verantwortlich. Glutamin ist für die Proteinbildung wichtig und unterstützt die Haut bei der Regeneration.

Wann sollte man Glutamin einnehmen?

Glutamin sollte man am besten vor und nach dem Training einnehmen. Die Einnahme sowie die Dosierung sollten aber zuvor mit einem Arzt abgesprochen werden.

Wie wirkt Glutamin auf die Darmflora?

Glutamin hat einen positiven Effekt auf die Darmflora, da es die Bildung neuer Darmzellen unterstützt.

Wie viel Glutamin pro Tag?

Eine ausgewogene europäische Mischkost versorgt den Körper mit ausreichend Glutamin. Die empfohlene Tageszufuhr für einen gesunden Menschen liegt bei vier bis sieben Gramm. Besteht allerdings ein Mangel, so ist von diesem auch abzuleiten, wie viel Glutamin auf welche Art zugeführt werden muss. Meist sind es zwischen 2 und 10 mg/Tag.

Ist Glutamin entzündungshemmend?

Glutamin ist wichtig für die körpereigene Abwehr und den Darm. Es trägt zur Zellerneuerung bei und kann auch eine entzündungshemmende Wirkung haben.

Autor: Dr. Gerhard Wallner

Dr. med. Gerhard Wallner ist der Begründer der Marke Kompetenzzentrum Bauch . Der gebürtige Salzburger führte in seiner aktiven Zeit als Arzt ein Gesundheitszentrum in Wien und verschrieb sich der Forschung und Behandlung in der Darm-Medizin. Sein jahrzehntelang gesammeltes Know-How fließt nun in die Entwicklung der Dr. Wallner Nahrungsergänzungsmittel.