Chronischer Durchfall

Dr. Gerhard Wallner:

In den meisten Fällen beruhigt sich Durchfall so schnell, wie er begonnen hat. Der Körper ist dank ihm den unerwünschten Erreger losgeworden und kann wieder in einen Normalbetrieb übergehen. Doch manchmal hält die Darmverstimmung auch länger als 14 Tage an. Oder sie setzt  kurzzeitig aus, kommt aber immer wieder. Dann sollte die Durchfallerkrankung keinesfalls mehr auf die leichte Schulter genommen werden.

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In den meisten Fällen beruhigt sich Durchfall so schnell, wie er begonnen hat. Der Körper ist dank ihm den unerwünschten Erreger losgeworden und kann wieder in einen Normalbetrieb übergehen. Doch manchmal hält die Darmverstimmung auch länger als 14 Tage an. Oder sie setzt  kurzzeitig aus, kommt aber immer wieder. Dann sollte die Durchfallerkrankung keinesfalls mehr auf die leichte Schulter genommen werden.

Hilfe bei chronischem Durchfall

Jede Diarrhö beginnt zunächst akut. Dementsprechend können Maßnahmen zur Hilfe bei akutem Durchfall durchaus zur Linderung der Beschwerden angewandt werden. Der massive Flüssigkeitsverlusts muss mit Wasser, Tee und Elektrolytgetränken ausgeglichen werden, da es sonst zu einer Austrocknung kommen kann. Speziell bei anhaltender oder chronischer Diarrhö besteht aber die wichtigste Maßnahme in einer umfangreichen Anamnese und Diagnostik. Der Stuhl kann dabei als wertvolle Informationsquelle dienen. Stuhldiagnostik gibt Auskunft über mögliche Infektionen mit Bakterien, Viren, Parasiten, Würmern und Pilzen. Auch Entzündungen, Allergien, Unverträglichkeiten, der Mangel an Verdauungssäften und die Zusammensetzung des Mikrobioms (Summe der Darmbakterien) lassen sich mit einer Analyse des Stuhls bestimmen.

Nach einer Interpretation des Befundes, können zielgerichtet wirksame Maßnahmen getroffen werden. Besteht etwa eine Glutenunverträglichkeit, führt die Vermeidung von weizenhaltigen Lebensmitteln zu einer Linderung der Durchfall-Symptome. Ergibt die Analyse eine Fehlbesiedelung des Darms bietet sich neben der Hinterfragung der Lebensumstände und der Ernährung eine ergänzende Probiotika-Kur an. Das Probiotikum “Darm Balance Forte” unterstützt etwa bei bestehenden entzündlichen Prozessen, “Darm Repair” wiederum hilft bei stressbedingten Durchfällen.

Ursachen von wiederkehrendem Durchfall

Da Diarrhö an sich nur ein Symptom ist, gibt es nicht die eine Ursache. Je nach Dauer, Art des Durchfalls und Begleitsymptomen kann der Grund spätestens durch eine ärztliche Untersuchung festgestellt werden. Bei chronischem Durchfall können folgende Ursachen vorliegen:

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Nahrungsmittelunverträglichkeiten und -allergien

Chronische Entzündungen des Darms sind eine häufige Ursache für chronischen Durchfall. Sie entstehen etwa durch Allergien oder Unverträglichkeiten. Gluten beispielsweise ist in den meisten Getreidesorten enthalten und führt bei empfindlichen Menschen zu Darmentzündung und Durchfall.

Diese Unverträglichkeiten und Allergien können Durchfall auslösen:

  • Laktoseintoleranz (Milchzucker-Unverträglichkeit)
  • Zöliakie, Glutenunverträglichkeit
  • Allergien (z.B. Weizen, Obst, Nüsse, Soja, Fisch)
  • Fructoseintoleranz (Fruchtzucker-Unverträglichkeit)
  • Histaminintoleranz
  • Sorbitintoleranz
  • Saccharoseintoleranz

Unverträglichkeit von Nahrungsmittel-Zusatzstoffen

Eine gesunde Ernährung und industriell gefertigte Lebensmittel passen so wenig zusammen, wie Sommer und Schnee. Das ist längst bekannt. Doch dass einzelne Inhaltsstoffe zu einer Vielzahl an Beschwerden, darunter auch chronischen Durchfällen führen können, wissen nicht viele. Das deutsche Bundesamt für Risikobewertung hat Lebensmittelchemikalien in einer Übersicht zusammengefasst und hinsichtlich ihrer möglichen Nebenwirkungen bewertet.

Durchfall scheint bei folgenden Zusatzstoffen auf:

  • Farbstoffe
    • E 102
    • E 104
    • E 110
    • E 122
    • E 124
    • E129
  • Konservierungsmittel
    • E 211 (Natriumbenzoat)
  • Tablettierhilfsmittel
  • Antioxidantien
    • E 310
    • E 311
    • E 312

Fehlbesiedlung im Darm

Unser Darm ist Lebensraum für einige Billionen von Bakterien, die uns gute Dienste erweisen. Sie helfen uns bei der Verdauung, produzieren Vitamine und sind Basis unserer Immunabwehr. Die Summe unserer Bakterien wird als Mikrobiom bezeichnet. Es ist so individuell wie der Mensch selbst. Deshalb ist es schwer, pauschal zu sagen, wie die Zusammensetzung des Mikrobioms auszusehen hat. Was man aber weiß: Es gibt gute Bakterien, die uns unterstützen und schlechte Bakterien, die uns schaden. Solange die Darmflora ausgeglichen ist und gepflegt wird, haben die guten Bakterien die Oberhand. Gerät die Darmflora aus dem Gleichgewicht, können sich vermehrt schlechte Bakterien ausbreiten. Auch die Ansiedlung von Pilzen und anderen Parasiten wird dann begünstigt. Man spricht von einer Fehlbesiedelung. Spielt sich diese im Dünndarm ab, können etwa Milchsäurebakterien dahinter stecken. Sie greifen in den Verdauungsprozess ein und verursachen Blähungen und Durchfall. Die Beschwerden vieler Betroffener werden als Reizdarm klassifiziert.

Nicht nur im Dünndarm, vor allem im Dickdarm, wo die meisten Darmbakterien leben, kann es zu Fehlbesiedelungen kommen, die sich in Form von Verdauungsproblemen wie Diarrhö äußern.

Candida-Infektion

Eine spezielle, oft vernachlässigte, Ursache für Durchfall sind Infektionen mit Hefepilzen, etwa dem Candida-Pilz. Er siedelt sich in oder am Körper an. Unter anderem kann der Candida Pilz im Darm einen neuen Lebensraum finden. Trifft er auf nahrhaften Boden, vermehrt sich der Hefepilz. Das fällt zunächst nicht auf. Vermehrt sich der Pilz jedoch übermäßig, löst er diverse Symptome und Krankheitsbilder aus. Dabei kann er zu wiederkehrenden Durchfällen genauso wie zu chronischer Verstopfung führen.

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen

  • Morbus Crohn:
    Bei Morbus Crohn handelt es sich um eine Darmwand-Entzündung, die vorwiegend den Dünndarm betrifft. Die Entzündung kann sich allerdings auf den gesamten Verdauungstrakt ausweiten. Die Ursache für Morbus Crohn ist bisher nicht geklärt. Die Krankheit gilt als nicht heilbar. Eines der Symptome der Krankheit ist Durchfall. Er ist häufig von schleimiger Konsistenz und tritt regelmäßig auf. Begleitet wird er von starken Bauchschmerzen, die häufig jenen einer Blinddarmentzündung ähneln. Auch Gewichtsverlust und Fieber können auf Morbus Crohn hindeuten.
  • Colitis ulcerosa:
    Bei Colitis ulcerosa handelt es sich ebenfalls um einen entzündlichen Prozess, der sich allerdings auf den Dickdarm beschränkt. Bei Betroffenen bilden sich in schubweise auftretenden Entzündungsprozessen Geschwüre in der Darmschleimhaut. Meist hat die Entzündung ihren Ursprung im oberen Bereich des Enddarms (Mastdarm) und breitet sich von dort in Richtung Magen aus. Die Ursachen sind auch bei dieser Erkrankung nicht vollends geklärt. Mediziner schätzen neben einer genetischen Komponente eine ungesunde Ernährung und die Psyche als ausschlaggebende Faktoren ein. Auch bei dieser chronischen Darmerkrankung klagen Betroffene über schleimigen Durchfall. Er kann Blut enthalten. Weitere Symptome sind Gewichtsverlust und krampfartige Bauchschmerzen, die meist direkt vor dem Stuhlgang auftreten. In manchen Fällen kann auch Fieber hinzukommen.
  • Divertikulitis:
    Der Darm kann Ausstülpungen, so genannte Divertikel, bilden. Grundsätzlich stellen sie kein Problem dar. In manchen Fällen jedoch entzünden sich die Ausstülpungen. Dann spricht man von einer Divertikulitis. Sie kann in unregelmäßigen Abständen zu Beschwerden führen oder chronisch werden. Ernste Folgen hat eine Divertikulitis meist nicht, es sei denn, die Entzündung breitet sich weiter aus. Meist klagen Betroffene über Schmerzen im linken Unterbauch. Durchfall ist neben Fieber und Blähungen eines der Anzeichen für eine Divertikulitis.

Weitere chronische Darmerkrankungen

  • Angina abdominalis:
    Tritt eine Durchblutungsstörung des Darms chronisch auf, wird sie als Angina abdominalis bezeichnet. Bleibt die Erkrankung unbehandelt, führt sie infolge der Sauerstoffunterversorgung zur Verengung und Zerstörung der Darm-Arterien. Die chronische Durchblutungsstörung äußert sich durch Bauchschmerzen nach der Nahrungsaufnahme, Gewichtsverlust und Durchfälle.
  • Reizdarm:
    Ein Reizdarm zeichnet sich nicht durch ein Symptom, sondern viele unspezifische Beschwerden aus:
    Sie reichen von Bauchschmerzen bis Blähungen, von Verstopfung bis Durchfall. Grundsätzlich gilt eine Störung der Darmfunktion dann als Reizdarm, wenn der Stuhl verändert ist und andere Ursachen oder Krankheiten ausgeschlossen werden können. Liegt Durchfall vor ist der Stuhl weich bis flüssig. Betroffene müssen meist mehrfach am Tag die Toilette aufsuchen und beschreiben manchmal das Gefühl, sich nicht komplett entleeren zu können.
  • Chronische Darminfektion:
    Dies ist ein sehr seltenes Krankheitsbild. Meist verlaufen Infektionen durch Bakterien oder Viren akut und klingen spätestens nach zwei Wochen wieder ab. In manchen Fällen kann es allerdings vorkommen, dass sich Parasiten in der Darmwand festsetzen und vermehren.Potenzielle Erreger chronischer Infektionen können sein:
    • Viren: HIV, Herpes-simplex-Virus (HSV), Cytomegalie-Virus (CMV)
    • Bakterien: Campylobacter, Mykobakterien, Salmonellen, Tropheryma whipplei (Whipple-Krankheit), Yersinien
    • Parasiten: Kryptosporidien, Mikrosporidien
  • Exsudative Gastroenteropathie:
    Hinter diesem Begriff verbirgt sich eine Magen-Darm-Erkrankung, bei der Eiweiß über die Magen- oder die Darmschleimhaut verloren geht. Sie wird durch eine Primärerkrankung ausgelöst, also von einer vorhergehenden Erkrankung verursacht. Auslöser können etwa Morbus Crohn, Zöliakie oder Colitis ulcerosa sein. Auch bakterielle Fehlbesiedlungen oder Infektionen können hinter einem Ausbruch der Exsudativen Gastroenteropathie stecken. Die Erkrankung äußert sich unter anderem durch Durchfall, Gewichtsabnahme und Ödeme.
  • Malassimilation:
    Bei einer Malassimilation handelt es sich vereinfacht ausgedrückt um eine meist chronische Verdauungsstörung. Die Medizin unterscheidet zwischen der Maldigestion und der Malabsorption. Während bei ersterer die Aufspaltung der Nahrungsbestandteile gestört ist, können bei zweiterer vollständig verdaute Nahrungsbestandteile vom Dünndarm nur in geringem Umfang aufgenommen werden. Beide Arten des Syndroms äußern sich unter anderem in Mangelerscheinungen, Durchfall und Gewichtsverlust. Auch Blähungen oder ein Blähbauch (Link zu Artikel Blähungen) können auf eine Malassimilation hindeuten.
  • Tumorerkrankungen:
    Betroffene diverser Tumorerkrankungen leiden unter chronischem Durchfall. Auslöser dafür kann die Erkrankung selbst, aber auch die Behandlung wie Chemotherapie oder Strahlenbehandlung sein. Tumorerkrankungen, die vom Symptom Diarrhö begleitet werden, sind etwa:
    • Gastrinom: Unter einem Gastrinom versteht man einen Tumor, der aus hormonbildenden Zellen besteht und häufig, aber nicht ausschließlich, in der Bauchspeicheldrüse angesiedelt ist. Das Gastrinom produziert das Hormon Gastrin, ein Hormon der Magenschleimhaut, das für die Säurestimulation des Magens verantwortlich ist. Deshalb machen sich Gastrinome primär durch eine Übersäuerung des Magens und infolgedessen durch Refluxsymptome bemerkbar. In rund einem Drittel der Fälle zählt auch Durchfall zu den Symptomen. Ein Gastrinom ist Auslöser für das Zollinger-Ellison-Syndrom, bei dem mehrere Geschwüre in Magen, Zwölffingerdarm und Leerdarm (dem mittleren Abschnitt des Dünndarms) vorkommen können.
    • Dünndarmtumoren: Sie treten in der Regel sehr selten auf, noch seltener sind sie bösartig. Entwickelt sich durch die Vermehrung von körpereigenen Zellen ein bösartiger Tumor, äußert sich dieser durch sehr unspezifische Symptome wie Übelkeit, Bauchschmerzen oder Durchfall.
    • Dickdarmtumore: Die meisten Tumore, die den Verdauungstrakt betreffen, sind im Dickdarm angesiedelt. Die Symptome kommen schleichend. Das wohl alarmierendste davon ist Blut im Stuhl. Doch auch Durchfall – häufig im Wechsel mit Verstopfungen – kann auf eine Tumorerkrankung des Dickdarms hindeuten.

Weitere Erkrankungen mit dem Symptom Diarrhö:

  • Addisonkrankheit:
    Es gibt auch Erkrankungen, die nicht direkt den Verdauungstrakt betreffen, sich aber durch Symptome der Verdauungsorgane äußern. Ein Beispiel dafür ist die Addison-Krankheit. Sie entsteht durch einen Mangel an den Hormonen Kortisol und Aldosteron. Beide werden in den Nebennierenrinden gebildet. Einfach ausgedrückt handelt es sich also bei der Addison-Krankheit um eine verminderte Nebennierenrindenfunktion. Da sich die Symptome meist langsam und schleichend entwickeln, ist eine Diagnose schwierig. Neben einem allgemeinen Schwächegefühl sind auch Bauchschmerzen und Durchfall typische Begleitsymptome.
  • Amyloidose:
    Bei der Amyloidose werden Proteine aufgrund einer Fehlfaltung meist im Zwischenzellraum eingelagert. Diese Ablagerungen können in einzelnen Organen oder auch dem gesamten Organismus vorkommen und führen dementsprechend zu unterschiedlichen Symptomen. Lediglich in der Prostata werden die Protein-Ablagerung nicht als krankhafte Form angesehen. Die Ablagerungen führen zu einer Zerstörung der Organ-Architektur, wodurch die Funktion des Organs gestört wird. Ist der Verdauungstrakt betroffen, äußert sich die Erkrankung durch Symptome wie Appetitlosigkeit, Gewichtsverlust, Schluckbeschwerden, Völlegefühl oder Durchfall. Je nach betroffenem Protein wir die Amyloidose in unterschiedliche Formen unterteilt. Auch die Therapie muss auf die Form und das betroffene Organ angepasst werden. Die häufigste Form der Erkrankung ist die sogenannte AL-Amyloidose, bei der Plasmazellen veränderte Proteine herstellen.
  • Chronische Pankreatitis:
    Unter einer Pankreatitis versteht man eine Bauchspeicheldrüsenentzündung. Sie kann chronisch werden und dadurch Struktur und Funktion der Drüse zerstören. Warnsignale einer Pankreatitis sind neben starken Schmerzen im Oberbauch auch fettiger Stuhlgang, der in Form eines Durchfalls abgehen kann.
  • Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2:
    Volkstümlich als Zuckerkrankheit bekannt, ist bei Betroffenen von Diabetes mellitus der Blutzuckerspiegel chronisch erhöht. Während bei Typ 1 die Bauchspeicheldrüse zu wenig oder gar kein Insulin mehr produziert, liegt bei Typ 2 eine mangelhafte Wirkung des Insulins an den Körperzellen vor. Bleibt Diabetes unbehandelt, schädigt es Gefäße und Organe. Wird die Funktion des Verdauungstraktes bereits gestört oder geschädigt, äußert sich Diabetes neben einer Vielzahl unterschiedlicher Symptome auch in Form von Durchfall und anderen Verdauungsproblemen.
  • Mukoviszidose:
    Bei der Mukoviszidose handelt es sich um eine genetisch bedingte Stoffwechselkrankheit, die zur Produktion veränderter Sekrete führt. Diese verstopfen nach und nach lebenswichtige Organe. Die Krankheit ist nicht heilbar. Im Verdauungstrakt kann es zu einem Darmverschluss kommen. Auch Durchfall und Fettstuhl sind Symptome der Mukoviszidose.
  • Schilddrüsenüberfunktion:
    Bei einer Schilddrüsenüberfunktion produziert die Schilddrüse zu viele Hormone. Das bleibt im Organismus nicht lange ohne Folgen. Durch die vermehrte Hormonproduktion werden andere Körperfunktionen praktisch grundlos angekurbelt. Das bringt das System aus dem Gleichgewicht. Neben Gewichtsverlust oder Herzrhythmusstörungen kann auch Durchfall ein Hinweis auf eine Schilddrüsenüberfunktion sein.

Organische Ursachen

Durchfall muss nicht immer von einer Erkrankung kommen. Auch organische Schwächen können Ursprung des Symptoms sein. Etwa wenn Bauchspeicheldrüse und Leber zu wenige Verdauungssäfte produzieren, die zur Aufspaltung der Nahrung dienen. Die Folge davon ist, dass die Nahrung unverdaut in den Dickdarm gelangt. Dieser will den Darminhalt schnell los werden und Durchfall entsteht.

Durchfall in Zusammenhang mit Medikamenten

Manche Medikamente wirken sich bei oder nach der Einnahme in Form von Durchfall aus. Im Normalfall halten die Symptome nicht lange an. Gerade nach der Einnahme von Antibiotika kann es allerdings sein, dass die Darmflora aus dem Gleichgewicht kommt und der Körper mit Durchfall reagiert. Das kann erst bis zu acht Wochen nach Einnahme zu merkbaren Symptomen führen, was die Ursachenfindung oft erschwert. Betroffene assoziieren den Durchfall dann nicht mehr mit der Einnahme des Medikaments. Bekannt ist das Auftreten von chronischem Durchfall auch in Zusammenhang mit der Behandlung von Krebs (Chemotherapie und Strahlenbehandlung). Hier kommt es zu einer Schädigung der Darmschleimhaut.

Psychische Ursachen

Dass die Psyche gravierende Auswirkungen auf unsere körperliche Verfassung hat, ist hinlänglich bekannt. Das trifft insbesondere auf unser Verdauungssystem zu. Stress in Form von Überlastung, Angst oder Trauer kann die Verdauungstätigkeit beeinflussen. Der Körper will Nahrung dann schneller wieder loswerden. Dadurch befördert er sie rasch durch den Darm und scheidet sie in Form von Durchfall aus.
Störung der hormonellen Abstimmung
Hinter einer als psychosomatisch bezeichneten Ursache für Verdauungsschwierigkeiten wie Durchfall kann auch ein Problem in der inneren Abstimmung des Körpers stecken. Bei der Verdauung wirken die Organe Magen, oberer Dünndarm, Bauchspeicheldrüse und Leber zusammen. Sie verwenden zur Kommunikation Hormone. Dahinter stecken komplexe Vorgänge, die im Bereich des Solarplexus (Nervengeflecht zwischen Brustbein und Bauchnabel) für Störungen anfällig sind. Das kann sich unter anderem in Form von Durchfällen oder Krämpfen äußern.

Sport-Diarrhö

Sportliche Aktivität wirkt sich auf die Verdauung aus. Im Normalfall positiv, indem der Verdauungsprozess angeregt wird. In manchen Fällen führt Sport aber auch zu unerwünschter Darmaktivitäten. Während Radfahrer:innen eher über Sodbrennen klagen, haben Läufer:innen häufig Durchfall. Mittels Studien konnte nachgewiesen werden, dass körperliche Bewegung die Verweildauer der Nahrung im Darm verkürzt. Besonders im unteren Darmbereich geht es dann schneller voran. Je stärker die Belastung ist, desto größer wird auch der Einfluss auf den Magen-Darm-Trakt.

Chronischem Durchfall vorbeugen

Die Frage nach der richtigen Vorbeugung von chronischem Durchfall ist nicht immer leicht zu beantworten. Da Durchfall Symptom einer Vielzahl an Erkrankungen ist, geht es eigentlich um die richtige Vorbeugung der Primärerkrankung. Mit einem gesunden Lebensstil schafft man die beste Basis dazu.
Die folgend genannten Präventionen sind Empfehlungen zur Vorbeugung. Sie ersetzen keine ärztliche Beratung oder Behandlung.

Zu einem gesunden Lebensstil gehören:

  • ausgewogene Ernährung,
  • kein regelmäßiger Genuss von Alkohol,
  • kein Drogenkonsum,
  • Verzicht auf Rauchen,
  • ausreichend Bewegung (vorzugsweise an der frischen Luft),
  • ausreichende Flüssigkeitszufuhr (Wasser, Tee),
  • Stress vermeiden, psychische Gesundheit wahren,
  • ausreichend Schlaf.

 

Ursache Vorbeugung / Hilfe
Nahrungsmittelunverträglichkeit
  • Vermeidung der auslösenden Lebensmittel
  • ggf. Einnahme von Antihistaminika
Nahrungsmittelallergie
  • Vermeidung der betreffenden Lebensmittel
Unverträglichkeit von Nahrungsmittel-Zusatzstoffen
  • Vermeidung von industriell hergestellten Lebensmitteln
  • frisch und selbst kochen
  • ausgewogene Ernährung
Fehlbesiedlung im Darm
  • ausgewogene Ernährung
  • Stress vermeiden
  • Antibiotika sparsam einsetzen
  • ggf. Probiotika-Kur machen
Candida Infektion
  • übermäßigen Verzehr von Zucker und Süßigkeiten vermeiden
  • Immunsystem stärken
  • Verzicht auf Rauchen, Alkohol und industriell hergestellte Lebensmittel
Morbus Crohn
  • gesunder Lebensstil
  • ausgewogene Ernährung
  • ausreichend Trinken
  • regelmäßiger Sport
  • Verzicht auf Alkohol und Rauchen
  • Vorsorgeuntersuchungen
Colitis ulcerosa
  • Einnahme von Salizylat
  • Verzicht auf Ballaststoffe
  • naturbelassene Lebensmittel essen
  • Verzicht auf Alkohol und Rauchen
  • Vermeidung von Stress
  • übertriebene Hygiene unterlassen, Immunsystem stärken
Divertikulitis
  • ballaststoffreiche Ernährung
  • ausreichend trinken
  • Verzicht auf Rauchen und Alkohol
  • Normalgewicht halten oder erreichen
  • regelmäßige Bewegung
Angina abdominalis
  • Verzicht von Alkohol und Nikotin
  • gesunder Lebensstil
  • ausgewogene und ballaststoffreiche Ernährung
  • regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen
  • Verzehr von probiotischen Lebensmitteln (z.B. Joghurt)
Reizdarm
  • auf psychische Gesundheit achten
  • Stress vermeiden, regelmäßig für Entspannung sorgen
  • regelmäßiger Sport
  • ausgewogene, ballaststoffreiche Ernährung
  • regelmäßige Mahlzeiten
  • Alkohol vermeiden
  • Kaffeekonsum einschränken
  • für erholsamen Schlaf sorgen
  • Probiotika-Kur
Chronische Darminfektion
  • Immunsystem stärken
  • (Hand-)Hygiene beachten
  • gesunde Lebensweise
  • ausgewogene Ernährung
Exsudative Gastroenteropathie
  • Vorbeugung der Primärkrankheiten
Malassimilation
  • Grunderkrankungen vorbeugen
  • frühzeitige Erkennung und Behandlung
Gastrinom
  • gesunder Lebensstil
  • ausgewogene Ernährung
  • entzündungshemmende Lebensmittel konsumieren
Dünndarmtumor
  • Vorbeugung kaum möglich
  • gesunder Lebensstil (kein Rauchen, kein Alkohol, ausgewogene Ernährung, ausreichend Bewegung)
Dickdarmtumor
  • nicht rauchen
  • Übergewicht vermeiden
  • regelmäßige Bewegung
  • ausgewogene (pflanzenbasierte) Ernährung
  • Alkoholkonsum so weit wie möglich einschränken
Addisonkrankheit
  • gesunde Ernährung
  • regelmäßige Bewegung
  • ausreichend viel trinken
  • Verzicht auf Alkohol und Nikotin
  • Stress vermeiden
Amyloidose
  • keine Vorbeugung gegen erblich bedingte Formen
  • rasche Behandlung der Infektionen
Chronische Prankreatitis
  • Verzicht auf Alkohol und Nikotin
  • gesunde Ernährung
Diabetes mellitus Typ 1 und Typ 2 Typ 1:
  • ausreichende Stilldauer
  • Milch trinken (Kindheit)
  • Glutenhaltige Kost
  • Vermeidung von Toxinen

Typ 2:

  • Übergewicht vermeiden
  • regelmäßige Bewegung
  • gesunde Ernährung
  • sparsamer Umgang mit Salz und Zucker
  • Fette vermeiden
  • Verzicht auf Softdrinks, Alkohol und Nikotin
  • Kaffee trinken (4-7 Tassen täglich)
  • Bluthochdruck vermeiden
  • ausreichender Schlaf
  • Stress vermeiden
Mukoviszidose
  • keine Vorbeugung, da Krankheit auf Gendefekt beruht
  • Untersuchung im ungeborenen Zustand zur Feststellung, ob Erkrankung vorliegt
Schilddrüsenüberfunktion
  • gute Jodversorgung (z.B. Seefisch essen)
  • ggf. regelmäßige Untersuchung
  • Verzicht auf Nikotin
  • psychische Gesundheit fördern
Psyche (Angst, Stress, Trauer)
  • geregelter Alltag
  • Zeit für Entspannung
  • Atem-  / Entspannungsübungen
  • ausgewogener Schlafrhythmus
  • Bewegung
  • ausgewogene Ernährung
  • Psychotherapie
Sport-Diarrhö
  • Behutsame Vorbereitung auf Belastung,
  • Vermeidung von Überbelastung,
  • Sport direkt nach Stuhlgang anberaumen, ohne dazwischen zu essen

Häufige Fragen

Kann Durchfall chronisch sein?

Durchfall tritt meist akut auf, kann aber auch chronisch werden. Mediziner sprechen von einer chronischen Diarrhö, wenn die Symptome länger als 14 Tage andauern.

Was ist chronischer Durchfall?

Von chronischem Durchfall spricht man dann, wenn über einen Zeitraum von mehr als 14 Tagen mehrmals täglich meist weicher oder flüssiger Stuhl abgesetzt wird. Auch das Stuhlvolumen ist bei Durchfall erhöht.

Wie gefährlich ist ständiger Durchfall?

Chronischer Durchfall gehört auf jeden Fall näher betrachtet und behandelt. Er kann auf eine Fehlbesiedlung des Darms, aber auch auf eine unter Umständen schwerwiegende Erkrankung hindeuten.

Ist chronischer Durchfall heilbar?

Ist die Ursache für den chronischen Durchfall gefunden, kann man eine passende Therapie wählen. Handelt es sich um eine Fehlbesiedlung des Darms, kann dieser mit einer Probiotika-Kur entgegengewirkt werden. Viele ursächlichen Erkrankungen können gut behandelt werden. Manche Krankheiten, wie etwa Morbus Crohn, sind jedoch nicht heilbar.

Was tun bei chronischem Durchfall?

Zunächst müssen Flüssigkeits- und Salzverlust umgehend ausgeglichen werden. Dann sollte von einem Mediziner eine ausführliche Anamnese mit anschließender Therapie durchgeführt werden, um der Ursache des chronischen Durchfalls auf den Grund zu gehen.

Wie bekommt man chronischen Durchfall?

Chronischer Durchfall kann infolge eines ungesunden Lebensstils und eine darauf folgende Fehlbesiedlung des Darms entstehen. Auch Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder Krankheiten kommen als Quelle infrage.

 

Quellen:

Volkmann, Peter-Hansen (2019), Darm gesund Mensch gesund, ganz einfach, 2. Auflage, Lübeck

Münzing-Ruef, Ingeborg (2000), Kursbuch gesunde Ernährung. Die Küche als Apotheke der Natur, 21. Auflage, München

Von Au, Franziska (2017), Die Haus-Apotheke. Bewährte Naturheilmittel zur Selbstbehandlung, 5. Auflage, München

Autor: Dr. Gerhard Wallner

Dr. med. Gerhard Wallner ist der Begründer der Marke Kompetenzzentrum Bauch . Der gebürtige Salzburger führte in seiner aktiven Zeit als Arzt ein Gesundheitszentrum in Wien und verschrieb sich der Forschung und Behandlung in der Darm-Medizin. Sein jahrzehntelang gesammeltes Know-How fließt nun in die Entwicklung der Dr. Wallner Nahrungsergänzungsmittel.

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