Bockshornklee 

Der Bockshornklee, auch „Griechisch Heu“ genannt, ist ein einjähriges Kraut, das zwischen dreißig und achtzig Zentimeter hoch wird. Verwendung findet Bockshornklee in der Küche, aber auch in der Naturheilkunde. Schon seit dem Mittelalter wird der intensiv riechenden Pflanze eine Vielzahl an positiven Eigenschaften nachgesagt. In unseren Breiten gilt es als Aphrodisiakum, aber auch als Unterstützung im Kampf gegen Diabetes mellitus.

Was ist Bockshornklee?

Bockshornklee ist in warmen Gebieten Südeuropas, Afrikas, Indiens, Chinas und Australiens heimisch und dürfte seine Ursprünge im Nahen Osten haben. Wissenschaftlern zufolge wurde er dort schon in der Kupferzeit kultiviert. Die Pflanze braucht viel Sonne und gedeiht gut auf lehmigen Böden. Sie ist recht resistent gegenüber Trockenheit. Aktuell ist Marokko das Hauptanbaugebiet, aber auch in Österreich findet man wilden Bockshornklee. Domestiziert wird er in unseren Breiten nur in kleinen Mengen, die hauptsächlich zu Stilltees verarbeitet werden.

Bockshornklee verbreitet einen sehr intensiven Geruch. Besonders stark riecht der Samen, wenn man diesen zerreibt. Diese Samen sind es auch, die zu Nahrungsergänzungsmittel, zu Tees oder zu Wickel verarbeitet werden. In manchen Ländern haben sowohl die Samen, als auch die Sprossen und die frischen oder getrockneten Blätter Einzug in die Küche gehalten und sind Teil von Würzmitteln oder kommen direkt auf die Speisen. Durch den Verzehr von Bockshornklee verändert sich auch der eigene Körpergeruch.

Wogegen hilft Bockshornklee?

Dem Bockshornklee wird eine ganze Reihe von Wirkungen nachgesagt. Je nach Kultur wird er unterschiedlich eingesetzt. In China, Tibet und Indien beispielsweise werden die getrockneten Samen als Tee dargeboten und finden Verwendung als Hustenmittel und bei Erkrankungen der Atemwege. In unseren Breiten werden Bockshornkleesamen bei leichtem oder auch bei schwerem Diabetes mellitus als Begleitmedikation eingesetzt. In Indien wiederum findet der Bockshornklee Anwendung bei Darmbeschwerden wie Blähungen und gilt seit jeher als Aphrodisiakum. Folgende Symptome können mit Bockshornklee behandelt werden:

  • Durchfall
  • Erhöhte Blutzuckerwerte
  • Erhöhte Blutfettwerte
  • Entzündungen der Schleimhaut im Verdauungstrakt
  • Appetitlosigkeit
  • Magersucht
  • Mangel an Libido und Impotenz
  • Halsschmerzen
  • Erkältungen mit verschleimtem Husten
  • Erschöpfung
  • Menstruationsschmerzen
  • Rheuma
  • Gicht
  • Rückenschmerzen
  • Hautprobleme wie Akne, Ekzeme, Furunkel oder Abszesse

In einer Doppelblindstudie mit fünfzig Parkinson-Patienten konnte ein signifikanter Rückgang einzelner Symptome durch die Behandlung mit einem Bockshornklee-Extrakt festgestellt werden. Das legt die Vermutung nahe, dass Bockshornklee die Schädigung dopaminerger Nervenzellen, das sind Zellen die auf den Nervenbotenstoff Dopamin reagieren, verzögern kann.

Wie wirkt Bockshornklee?

Bockshornklee eignet sich zur inneren und äußeren Anwendung. Für zweitere bereitet man einen Brei aus gemahlenen Bockshornkleesamen zu und legt diesen auf die betroffenen Stellen auf. Bockshornkleesamen sind als Tee(beutel), Pulver oder als fertige Auflagen erhältlich. Darüber hinaus vertreibt der Handel Nahrungsergänzungsmittel mit Bockshornkleesamenpulver oder -konzentrat.

Klinische Studien haben bereits die blutzucker- und blutfettsenkende Wirkung von Bockshornklee bestätigt. Die Samen regen einerseits die Insulinproduktion der Bauchspeicheldrüse an und fördern andererseits die Regeneration der insulinbildenden Zellen. Das führt bei Diabetes-Mellitus-Patienten dazu, dass das Insulin in den Zellen besser aufgenommen wird. Doch der Bocksklee wirkt auch im Darm. Er limitiert dort die Aufnahme der Nahrungsfette, weshalb er auch bei gewünschter Gewichtsabnahme förderlich sein kann. Allerdings kann Bockshornklee auch appetitanregend wirken, weshalb er manchmal bei Magersucht zum Einsatz kommt.

In Zusammenhang mit Typ II Diabetes ist auch zu erwähnen, dass Bockshornklee dem Schutz einiger Organe wie Leber, Augen, Gefäße, Herz und Nerven dienen kann. Gerade Diabetiker müssen damit rechnen, dass Gefäße, Nerven und Augen durch ihre Erkrankung mit der Zeit in Mitleidenschaft gezogen werden.

Bockshornklee enthält die Aminosäure Histidin, die Leberschädigungen entgegenwirken soll. Außerdem findet sich Diosgenin, eine Vorstufe des Sexualhormons, in den Bockshornkleesamen. Diesem Diosgenin hat der Klee seine aphrodisierende Wirkung zu verdanken. Auch gegen Impotenz kommt das Kraut in der Traditionellen Chinesischen Medizin und im Ayurveda häufig zur Anwendung. Darüber hinaus können die Samen den weiblichen Hormonhaushalt stabilisieren, weshalb sie ein probates Mittel bei Menstruationsbeschwerden sind. Ein weiterer wichtiger Anwendungsbereich von Bockshornkleesamen ist die Steigerung der Milchbildung bei stillenden Müttern. Die milchtreibende Wirkung wird von den Phytoöstrogenen hervorgerufen. Das sind pflanzliche Hormone, die die körpereigene Produktion von Östrogen und Prolaktin anregen, die wiederum für die Milchproduktion wichtig sind. Viele Hebammen und Stillberater schwören auf Bockshornklee. Wissenschaftlich bewiesen ist die Wirkung jedoch noch nicht.
Die Pflanze ist außerdem reich an Proteinen und Vitamin A und Vitamin B, was sie zu einem beliebten Mittel gegen Haarausfall macht.

Dosierung und Einnahme von Bockshornklee

Bei der Einnahme reiner Bockshornkleesamen sollte man sechs Gramm pro Tag nicht überschreiten. Diese können auf dreimal zwei Gramm aufgeteilt werden. Für eine appetitanregende Wirkung sollte man den Bockshornklee auf jeden Fall vor der Mahlzeit einnehmen. Für die selbstständige Zubereitung ist es besonders wichtig, den Bockshornklee keimfrei zu halten. Bei fertigen Präparaten und Tees muss unbedingt die vom Hersteller angegebene Höchstmenge eingehalten werden. Eine Überdosierung kann zu Übelkeit oder Blähungen führen. Die benötigte Tagesmenge richtet sich auch nach der gewünschten Wirkung und sollte mit einem Arzt abgesprochen sein.

Nebenwirkungen von Bockshornklee

Einige der gesundheitsfördernden Wirkungen von Bockshornklee sind mittlerweile unbestritten. Doch sind die Samen wie andere Sprossen auch besonders anfällig für Keime. Daher sollte man beim Kauf genau auf die Herkunft und die Vertrauenswürdigkeit des Produzenten achten. So gelten zum Beispiel ökologische Bockshornkleesamen, die von Ägypten an einen deutschen Biogartenbaubetrieb exportiert wurden, mit großer Wahrscheinlichkeit als Quelle des EHEC-Erregers, der 2011 in Deutschland zu 53 Todesfällen und hunderten Erkrankungen führte. Am besten holt man Rat bei einem Arzt ein, welches Präparat man in welchen Dosen zu sich nehmen sollte.
Vorsicht ist auch bei einer möglichen Unverträglichkeit geboten: Bei (stillenden) Frauen, die Bockshornklee eingenommen haben, ist es in der Vergangenheit bereits zu allergischen Reaktionen gekommen. Weitere mögliche Nebenwirkungen sind stärkere Schweißbildung oder Durchfall. Eine Überdosierung kann wie schon genannt zu Übelkeit oder Blähungen führen.

Häufig gestellte Fragen:

Für was verwendet man Bockshornklee?

Der Bockshornkleesamen aber auch die Blätter und Sprossen des Krauts finden Verwendung in vielen asiatischen Küchen. Es ist ein sehr aromatisches Gewürzmittel und beliebt in Currys, Eintöpfen und auf Salaten. Der Bockshornklee hat eine lange Geschichte als Heilpflanze. Er wird als Tee, in Kapselform oder als Wickel angeboten und wirkt blutzucker- und blutfettsenkend sowie aphrodisierend. Bei stillenden Müttern soll er die Milchbildung fördern.

Warum ist Bockshornklee gesund?

Dem Bockshornklee wird eine Reihe positiver Effekte nachgesagt. Er stabilisiert den Blutzuckerspiegel und kann durch die Hemmung der Spaltung von Nahrungseiweißen und Zuckern im Darm die Behandlung von Diabetes-Patienten unterstützen. Er ist reich an Proteinen und Vitamin A und B. Die ätherischen Öle im Bockshornklee wirken außerdem appetitanregend. Man sagt dem Bockshornklee auch eine lust- und potenzsteigernde Wirkung nach.

Was bewirkt Bockshornklee bei Frauen?

Bockshornklee reguliert den weiblichen Hormonhaushalt und trägt so zur Linderung von Menstruationsbeschwerden bei. In aktuellen Studien wird darauf hingewiesen, dass Frauen mit Menstruationsschmerzen bei der Einnahme von Bockshornklee weniger Schmerzmittel benötigen.

Ist Bockshornklee entzündungshemmend?

Eine der zahlreichen Anwendungsmethoden von Bockshornklee ist die äußerliche Auflage in Form von Wickeln bei Entzündungen der Haut. Der Samen wirkt gegen Schwielen, Hautirritationen, Hühneraugen, Akne, Ekzeme, Furunkel oder Abszesse.

Wie viel Bockhornklee pro Tag?

Pro Tag sollten maximal sechs Gramm Bockshornklee eingenommen werden.

Autor: Dr. Gerhard Wallner

Dr. med. Gerhard Wallner ist der Begründer der Marke Kompetenzzentrum Bauch . Der gebürtige Salzburger führte in seiner aktiven Zeit als Arzt ein Gesundheitszentrum in Wien und verschrieb sich der Forschung und Behandlung in der Darm-Medizin. Sein jahrzehntelang gesammeltes Know-How fließt nun in die Entwicklung der Dr. Wallner Nahrungsergänzungsmittel.