Akuter Durchfall

Was wir zu uns nehmen, tut dem Körper nicht immer gut. Das ist insbesondere dann der Fall, wenn wir über die Nahrung Mikrolebewesen aufnehmen, die es nicht gut mit uns meinen. Das macht sich dann häufig über Durchfall bemerkbar und kommt gar nicht so selten vor. Durchschnittlich einmal pro Jahr leidet ein Erwachsener an akut wässrigem Stuhl. Medizinisch gesehen handelt es sich dann um Durchfall, wenn das Stuhlvolumen erhöht ist, der Kot weich bis wässrig ist und man mehrmals pro Tag die Toilette aufsuchen muss. Im Normalfall ist er nach kurzer Zeit schon wieder Geschichte. Sind die Symptome nach maximal zwei Wochen abgeklungen spricht man in der Medizin von akuter Diarrhö. Sie kann meist gut selbst behandelt werden. Einige Hausmittel stehen als nützliche Helferlein zur Verfügung.

Spezialfall Reisedurchfall

Eine besondere Form des akuten Durchfalls ist der so genannte Reisedurchfall, landläufig auch als Montezumas Rache bezeichnet. Die Erkrankung hat zwar wenig mit der Abrechnung eines Aztekenherrschers zu tun, wohl aber mit einer Erkrankung, die insbesondere in warmen Klimazonen auftritt. Der typische Durchfall im Urlaub kann durch einen überforderten Organismus zustande kommen. Ungewohntes Essen bringt ihn aus dem Gleichgewicht. Viel häufiger sind aber schlechte Hygienestandards und daraus folgende Infektionen mit Erregern Schuld an dem unerwünschten Urlaubsgast.

Hilfe bei akutem Durchfall

Viel trinken

Zur schnellen Besserung der akuten Durchfall-Symptomatik besteht die wichtigste Maßnahme in der Zufuhr von ausreichend Flüssigkeit. Da der Körper durch die Diarrhö viel Wasser verliert, besteht die Gefahr einer Austrocknung.
Gute Getränke bei Durchfall sind:

  • stilles Mineralwasser
  • leicht gezuckerter (Bitterstoff-)Tee: z.B. Kamille, Pfefferminze, Fenchel, Ingwer, Melisse
  • Elektrolytgetränke aus der Apotheke. Sie können alternativ auch selbst hergestellt werden aus:
    • 1 l stilles Mineralwasser (alternativ: abgekochtes Leitungswasser)
    • 1 Tasse Orangensaft
    • 2 EL Zucker oder Honig
    • ca. ½ TL Kochsalz

Infografik Elektrolytgetränk

Diät halten

Im Akutfall kann es schon zu einer Linderung der Symptome beitragen, wenn man für ein bis zwei Tage auf feste Nahrung verzichtet. Stattdessen sollte viel Flüssigkeit, in Form von Wasser, Tee und auch Suppen zugeführt werden.

Danach kann die Verdauung langsam wieder aufgebaut werden. Um den Darm nicht zu überlasten, sollte zunächst Schonkost ohne Fett und Fleisch auf dem Speiseplan stehen.

Gut geeignet sind:

  • Zwieback
  • Salzstangen
  • Reis
  • Kartoffeln

Karottensuppe gegen Durchfall

Neben Zwieback und Salzstangen ist Karottensuppe eines der bewährtesten Mittel gegen Durchfall. Das Gemüse bindet Flüssigkeit und lässt dadurch den Stuhl wieder fester werden. Durch das Kochen wird dieser Effekt noch verstärkt. Die Karotten bilden dann nämlich wertvolle Mehrfachzucker (Oligosaccharide), die den Darm bei der Beseitigung von Bakterien unterstützen.

Karottensuppe Rezept:

  • Schälen Sie ein halbes Kilo Karotten
  • Schneiden Sie die Karotten in kleine Stücke
  • Bringen Sie in einem großen Topf 1 Liter Wasser zum Kochen
  • Geben Sie die Karottenstücke in den Topf und lassen Sie sie so lange kochen, bis sie weich geworden sind (ca. 1 Stunde).
  • Pürieren Sie die Karotten im Topf mit einem Stabmixer, bis eine cremige Suppe entsteht. Ist zu viel Wasser verkocht, können Sie die Suppe mit etwas warmen Wasser strecken.
  • Schmecken Sie die Suppe mit rund 1 TL Salz ab.

Obst bei Durchfall

Einige Obstsorten sind als Nahrungsmittel bei Durchfall gut geeignet. Sie wirken stopfend und können sogar Durchfall verursachende Coli-Bakterien vernichten.

Dazu zählen:

  • Apfel:
    Die heimische Frucht ist einer der Klassiker in der Behandlung von Durchfallerkrankungen, vor allem in geriebener Form. Der Hintergrund ist schnell erklärt: Die im Apfel enthaltenen Pektine (langkettige Kohlenhydrate) quellen im Darm auf und führen zur Neutralisation von Giftstoffen.
  • Erdbeere:
    Die rote Beere ist in der Heilkunde als Durchfallstopper bekannt. Neben dem Verzehr der Frucht kann aus Erdbeerblättern auch ein Tee aufgegossen werden.
  • Heidelbeere:
    Auch die Heidelbeere ist ein nützliches Heilmittel bei Durchfallerkrankungen. Ihre entgiftenden Gerbstoffe wirken stopfend, indem sie das Darmgewebe verdichten und so weniger Flüssigkeit in den Darm geliefert werden kann. Neben frischen oder getrockneten Früchten kann die Heidelbeere als so genannter Heidelbeer-Muttersaft, also purer Direktsaft, getrunken werden.
  • Johannisbeere:
    Die Johannisbeere hat sich vor allem bei durch Bakterien verursachten Durchfallerkrankungen bewährt. Sie tötet Coli-Bakterien ab.
  • Himbeere und Brombeere:
    Sie wirken wie die zuvor beschriebenen Beeren entzündungshemmend sowie gerbend und werden in Form eines Aufgusses gerne in der Behandlung von Durchfall eingesetzt. Dank ihres hohen Vitamin-C-Gehalts stärken die Beeren gleichzeitig das Immunsystem.
  • Zitrusfrüchte:
    Ist das Schlimmste überstanden, eignen sich Zitrusfrüchte – darunter insbesondere die Orange, die Pomeranze und die Zitrone – für den Aufbau nach einer Durchfallerkrankung. Mit Wasser verdünnte Zitrone, mehrmals täglich getrunken, regt die Verdauungssäfte an.

Lebensmittel gegen Durchfall

  • Hafer:
    Das vielseitige Getreide nimmt im Verdauungstrakt überschüssige Magensäure, Schadstoffe und unerwünschte Bakterien auf und leitet diese aus. Daher eignet sich der Verzehr besonders bei Durchfall, dem eine Infektion zu Grunde liegt. Zum leichten Verzehr kann Hafer in Wasser gekocht und anschließend mit Zimt und Kurkuma gewürzt werden.
  • Linsen:
    Die kleinen Hülsenfrüchte sind im Akutfall ein dienliches Notfallmittel. Sie sind schwerer verdaulich. Was bei manchen nach dem Essen zu einem aufgeblähten Gefühl sorgt, ist im Fall des Durchfalles ein erwünschter Effekt. Denn die Linsen stopfen und verfestigen den Stuhl. Sie können etwa als Suppe püriert gegessen werden.
  • Walnuss:
    Sie ist ein weiterer Nothelfer bei akutem und vor allem schwerem Durchfall. Ob als Tee oder eine Handvoll der grünen Schale mit reichlich Wasser aufgekocht, sorgt die Walnuss für schnelle Linderung.
  • Tamarinde:
    Insbesondere im asiatischen Raum werden die Kerne des Tamarinden-Baums in Tropfen als Hausmittel gegen schweren Durchfall eingesetzt.
  • Bohnenkraut:
    Dieser Klassiker im heimischen Kräutergarten enthält neben ätherischen Ölen reichlich Gerb- und Bitterstoffe. Damit ist das Kraut nicht nur in der Behandlung von Durchfall ein Geheimtipp, sondern wirkt ganz allgemein gegen Fäulnisbakterien im Darm.
  • Muskatnuss:
    Ein weiteres in der heimischen Küche bekanntes Gewürz, das gegen Durchfall eingesetzt werden kann, ist die Muskatnuss. Zur Anwendung lösen Sie am besten eine Messerspitze in Wasser auf.
  • Gerste:
    Abgekochte Gerste hat eine so wohltuende Wirkung auf den Verdauungstrakt, dass sie nicht nur in Großbritannien seit Jahrhunderten vorbeugend getrunken wird, sondern auch noch einen eigenen Namen bekam. Das so genannte Barley Water ist nämlich nichts anderes als gekochte Gerste mit einem Schuss Zitrone, Apfelsaft und Honig. Es soll Durchfall stoppen und eignet sich als guter Ersatz von fester Nahrung.
  • Reis:
    Klinische Studien bestätigen, was viele schon von ihrer Oma lernten: Reis hilft gegen Durchfall. Das Getreide entfaltet diese Wirkung, weil es Wasser bindet und dadurch stopft. Gegarter Reis versorgt den Körper außerdem mit wichtigen Mineralstoffen. Bei Babys und Kleinkinder hat sich Reisschleim in der Behandlung von Durchfall bewährt. Dafür wird der Reis gekocht und anschließend durch ein Sieb gepresst.

Aktivkohle und Heilerde

Aktivkohle, die in der Apotheke etwa in Form von Tabletten erhältlich ist, wirkt im Körper wie ein Schwamm. Sie nimmt Giftstoffe aktiv auf und hat daher eine reinigende Wirkung. Die aufgenommenen Stoffe werden mit der Kohle über den Stuhl ausgeschieden. Neben Bakterien absorbiert die Kohle auch Wasser und ist so ein schnelles und zuverlässiges Hilfsmittel bei Durchfallerkrankungen.
Eine ähnliche Wirkung entfaltet Heilerde. Das mineralische Pulver ist reich an quellfähigen Substanzen. Es bindet Bakterien und Stoffwechselprodukte und unterstützt den Körper bei der Entgiftung. Heilerde ist auch in Kapselform erhältlich.

Hefepräparate

Hefe ist vielen als Backzutat bekannt. Dass sich hinter ihr Pilze verbergen, das wissen schon weniger. Und dass diese Pilze gerade bei Durchfall zu nützlichen Helfern werden können, davon haben die wenigsten gehört. Dabei hat Hefe die Fähigkeit, Giftstoffe im Darm zu binden. Sie kann prophylaktisch oder zur Behandlung von akutem Durchfall eingenommen werden. Besonders häufig wird Hefe in Zusammenhang mit dem Aufbau der Darmflora nach einer Antibiotikakur eingesetzt.

Medikamente gegen Durchfall

Obwohl es einige gute Hausmittel zur Behandlung von Durchfall gibt, ist eine zusätzliche Behandlung mit Medikamenten oft unausweichlich. Ob und wann Medikamente zum Einsatz kommen, entscheidet der behandelnde Arzt. Zur Entscheidung trägt einerseits bei, wie lange der Durchfall anhält, andererseits welche Ursache der Durchfall hat. Je nachdem variiert auch die optimale Behandlung. Tritt Durchfall chronisch auf, gilt es umso mehr, auf Ursachenforschung zu gehen, um eine adäquate Therapieform zu bestimmen. Die Einnahme eines Medikamentes sollte immer zuvor mit einem Arzt des Vertrauens abgestimmt werden.

Im Fluss bleiben

Durchfall wird von vielen Ärzten gerne mit so genannten Mobilitätsblockern wie Loperamid behandelt. Einfach erklärt blockieren sie Nerven und dadurch die Verdauung und Entleerung. Der Durchfall wird nicht mehr schnell durch den Körper befördert und ausgeschieden, sondern bleibt im Verdauungstrakt und verdickt sich dadurch. Dabei ist aber Vorsicht geboten. Denn in vielen Fällen von akutem Durchfall ist die Reaktion des Körpers durchaus sinnvoll. Befinden sich etwa Erreger im Verdauungstrakt, dann macht der Körper mit seiner Methode, alles schnellstmöglich nach draußen zu befördern, alles richtig. Mobilitätsblocker führen dann zwar dazu, dass der Durchfall gestoppt wird, damit bleiben aber auch die Erreger länger im Körper. Dann muss die Leber bei der Entgiftung eingreifen und Erreger oder Giftstoffe werden in alle Körpergewebe verteilt. In weiterer Folge trifft das auch die Nieren, die nun mehr Entgiftungsarbeit leisten müssen. Daher ist es manchmal empfehlenswert, nicht zu stark einzugreifen, sondern den Körper seinen Job machen zu lassen und ihn dabei bestmöglich mit Flüssigkeit und Nährstoffen zu unterstützen.

 

Wärmetherapie: Kartoffelwickel gegen Durchfall

Wärme ist ein altbekanntes Hausmittel bei Verdauungsproblemen. Insbesondere, wenn der Durchfall von Bauchschmerzen begleitet wird, verhilft Wärme zur Linderung der Symptome. Vorsicht ist bei entzündlichen Krankheiten geboten. Denn der Entzündungsprozess kann sich durch Wärmezufuhr verschlimmern.

Zur Wärmetherapie eignet sich eine Wärmeflasche ebenso wie ein vorgewärmtes Kirschkernkissen. Bei Durchfall haben sich zudem Kartoffelwickel bewährt.

Zubereitung Kartoffelwickel:

  1. Kochen Sie einige Kartoffel bis sie weich sind.
  2. Zerdrücken Sie die Kartoffel zu einem Brei.
  3. Legen Sie die zerdrückten Kartoffel auf ein Tuch und wickeln Sie sie darin ein.
  4. Legen Sie das Tuch auf den schmerzenden Bereich und lassen Sie ihn wirken bis der Wickeln vollständig ausgekühlt ist.

Ärztliche Hilfe nötig?

Die Maßnahmen hängen natürlich von der Stärke und der Dauer der Durchfälle ab. Bei Kleinkindern und Säuglingen ist starker Durchfall immer ein Notfall und gehört sofort in ärztliche Behandlung. Bei Erwachsenen gilt: Solange der Durchfall nicht von weiteren Symptomen wie Fieber, starken Bauchschmerzen oder Blut im Stuhl begleitet wird, kann man zunächst selbst versuchen, das Symptom mit Hausmitteln in den Griff zu bekommen. Ist nach drei Tagen noch keine Besserung bemerkbar, sollte aber auch von Erwachsenen der Arzt aufgesucht werden.

Ursachen von akutem Durchfall

Akuter Durchfall tritt plötzlich auf und klingt normalerweise schnell wieder ab. In der Regel wird er von Infektionen und Reizungen des Magen-Darm-Traktes ausgelöst. Ursache dafür können Erreger, aber auch verdorbene Lebensmittel oder Medikamente sein. Chronische oder schwerwiegende Erkrankungen können als Ursache im Normalfall ausgeschlossen werden.

Die häufigsten Ursachen für akuten Durchfall sind:

  • Viren
      • Noroviren:
        Das Norovirus wird direkt von Erkrankten oder über kontaminierte Gegenstände und Lebensmittel übertragen. Die Viren kommen weltweit vor und führen aufgrund ihrer hohen Infektiosität insbesondere an Orten, an denen sich viele Menschen begegnen, zu hohen Infektionszahlen. Neben heftigem Durchfall verursacht die Erkrankung Übelkeit und schwallartiges Erbrechen. Auch Fieber, Muskel- und Kopfschmerzen sind häufig Symptom der Noroviren-Infektion. Der Krankheitsverlauf ist meist kurz, die Symptome klingen nach maximal drei Tagen wieder ab.
      • Rotaviren:
        Rotaviren sind insbesondere vielen Eltern ein Begriff. Sie sind für die Hälfte aller Durchfall-Erkrankungen bei Säuglingen und Kleinkindern verantwortlich. Die Übertragung erfolgt über verunreinigte Gegenstände. Neben Durchfall kommt es auch zu Erbrechen, Fieber und Bauchschmerzen. Es kann ein Aufenthalt im Krankenhaus notwendig werden, der Erkrankung kann mit einer Impfung vorgebeugt werden.
  • Bakterien
    • Bacillus cereus:
      Werden Zellen oder Sporen dieses stäbchenförmigen Bakteriums aufgenommen, bilden sich im Darm Toxine, die bereits wenige Stunden nach dem Verzehr Durchfall hervorrufen. Zu finden ist das Bakterium weltweit in Erdboden, Wasser sowie Lebensmitteln (vor allem pflanzlichen). Infektionen mit Bacillus cereus sind eher selten, sie sind aber häufige Ursache für Infektionen in Großküchen. Besonderes Risiko besteht bei lange warm gehaltenen oder wieder aufgewärmten Lebensmitteln, insbesondere Reis- und Nudelgerichten. In der Regeln klingen die Symptome nach 24 Stunden wieder ab.
    • Escherichia coli (E. coli):
      Koli-Bakterienstämme sind nicht ausschließlich schlecht. Einige von ihnen sind Teil des menschlichen Mikrobioms und erweisen uns gute Dienste. Andere wiederum sind dem Darm fremd und machen krank. Etwa der Stamm der enterohämorrhagischen E. coli (EHEC), dem Haupterreger von Reisedurchfall. Die große Anzahl an Infektionen mit E. coli Bakterien ist nur wenig verwunderlich, wenn man einen Blick auf ihre Eigenschaften wirft. Denn E. coli Bakterien sind überaus widerstandsfähig. Sie kommen weltweit im Darm von Wiederkäuern vor. Das Bakterium wird über Fäkalrückstände von infizierten Tieren und Menschen übertragen. Auch Lebensmittel können E. coli Bakterien beinhalten. Häufige Ursache der Übertragung ist der Verzehr von ungenügend erhitztem Fleisch und nicht pasteurisierter Milch.Manche E. coli Bakterien produzieren unter anderem das Zell-Gift Shiga-Toxin, wodurch es zu einem hämolytischen Urämiesyndrom (HUS) kommen kann. Dabei werden Blutzellen zerstört und die Nierenfunktion beeinträchtigt. Im schlimmsten Fall kann eine Infektion zu Nierenversagen und einem Thrombozyten-Mangel im Blut führen. Infektionen mit E. coli sind in der Regel anhand von wässrigem Durchfall erkennbar, der zunehmend auch etwas blutig werden kann.
    • Campylobacter:
      Die Bakterien haben sich ebenfalls weltweit verbreitet. Ihr bevorzugter Lebensraum ist der Verdauungstrakt von Tieren. Diese zeigen häufig keinerlei Krankheitssymptome. Das macht die Gefahr einer Infektion auch so groß. Campylobacter sind die häufigsten bakteriellen Erreger von Durchfall-Erkrankungen. Die Ansteckung erfolgt meist über den Verzehr von Lebensmitteln, etwa Geflügelfleisch. Die Bakterien vermehren sich im Fleisch nicht mehr, können aber einige Zeit in der Umwelt überleben, sind also kurzzeitig auf keinen Wirt angewiesen. Mangelnde Hygiene in der Küche kann also eine Ansteckung begünstigen. Will man einer Campylobacter-Infektion entgehen, ist besondere Vorsicht bei nicht gut erhitztem (Geflügel-)Fleisch, Rohmilchprodukten, Rohwurst und verunreinigtem Trinkwasser geboten. Auch eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder (Haus-)Tier zu Mensch ist möglich. Die Erkrankung erinnert zunächst an einen grippalen Infekt. Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen sind die ersten Anzeichen. Darauf folgen Bauchschmerzen, Durchfall und Übelkeit. Der Durchfall kann breiig bis wässrig und sogar blutig sein. In der Regel klingen die Symptome nach spätestens einer Woche von selbst ab.
    • Clostridium botulinum:
      Dieses sporentragende Bakterium ist im Boden beheimatet und produziert mehrere giftige Toxine. Zwei dieser giftigen Substanzen können im menschlichen Körper nicht enzymatisch abgebaut werden und führen so zu Beschwerden. Der Mensch kommt dann in Berührung mit Clostridien, wenn sie sich in Lebensmitteln angesiedelt haben. Bei ungekühlter Lagerung vermehren sie sich, was insbesondere rohe und nicht ausreichend erhitzte Lebensmittel (z.B. Rohschinken) anfällig für eine Besiedelung macht. Auch bei offenen Konserven oder aufgegangen Gläsern ist Vorsicht geboten. Die vom Bakterium produzierten Toxine führen im Körper zum so genannten Nahrungsmittelbotulismus. Er verursacht zunächst Symptome einer Magen-Darm-Infektion, darunter Erbrechen und Durchfall. Auch neurologische Störungen sind möglich, indem die Signalübertragung von Nervenzellen zum Muskel gehemmt werden. Im schlimmsten Fall kann ein Nahrungsmittelbotulismus zu Herz- oder Atemversagen führen.
    • Listerien:
      Rohe Lebensmittel tierischer Herkunft können Listerien beinhalten, die bei Ansteckung die Infektionskrankheit Listeriose auslösen. Die stäbchenförmigen Bakterien sind im Boden und im Wasser zu finden. Wenn Tiere den Erreger aufnehmen zeigen sie häufig keine Krankheitssymptome. Die Bakterien sind sehr widerstandsfähig und überleben sogar Tiefgefrieren, können sich also im Kühlschrank problemlos vermehren. Lange Lagerungszeiten sowie Vakuumverpackungen begünstigen ihre Vermehrung. Mit Hitze kann man ihnen aber den Garaus machen, weshalb Kochen und Braten die beste Vorbeugung gegen die Erreger darstellt. Besonders anfällige Lebensmittel sind (Roh-)Wurst, rohes Fleisch, Rohmilch, Sauermilch, Weichkäse und Räucherfisch. Auch beim Menschen verläuft eine Infektion häufig ohne die Ausbildung von Symptomen. Macht sich der Erreger doch bemerkbar, dann mit Durchfall. Eine Listerien-Infektion verläuft im Normalfall unbemerkt und folgenlos. Lediglich bei einem invasiven Verlauf, bei dem die Bakterien sich im Organismus ausbreiten, kann es zu Hirnhautentzündungen, Blutvergiftungen und im schlimmsten Fall zum Tod kommen.
    • Salmonellen:
      Die Erreger sind hierzulande die zweithäufigsten Auslöser für bakterielle Durchfallerkrankungen, die über die Nahrung übertragen werden. Salmonellen sind insbesondere in Eiern, Geflügel und Milcherzeugnissen zu finden, können aber prinzipiell in allen Lebensmitteln vorkommen. Bereits ab sieben Grad Celsius kommt es zu einer Vermehrung der Bakterien, die durchaus auch warme Temperaturen aushalten. Ab 70 Grad Celsius sterben sie ab. Nach einer Infektion lösen sie Fieber sowie diverse Magen-Darm-Beschwerden wie Bauchschmerzen, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen aus. Die Infektion erfordert im Normalfall keine ärztliche Behandlung.Eine Unterart der Familie der Salmonellen, Salmonella enterica, ist für die Durchfallerkrankung Typhus verantwortlich. Die Infektion erfolgt meist über verseuchte Lebensmittel oder Trinkwasser. Sie muss ärztlich behandelt werden, ansonsten können Komplikationen wie eine Hirnhaut- oder eine Lungenentzündung entstehen. Mediziner empfehlen eine Schutzimpfung bei geplanten Reisen in Hochrisikoländer.
    • Shigellen:
      Shigellen sich Verursacher der unter Bakterienruhr bekannten Shigellose. Die Erreger werden direkt von Mensch zu Mensch, über kontaminierte Lebensmittel oder Gegenstände übertragen. Die Bakterien kommen weltweit vor, führen aber insbesondere in warmen Ländern zu Infektionen und sind somit ein häufiger Erreger von Reisedurchfall. Das von den Bakterien ausgeschiedene Toxin führt zu einer Reizung der Darmschleimhaut. Eine Shigellen-Infektion kann einen leichte Verlauf nehmen, aber auch zu ernsthaften Erkrankungen mit Beteiligung des Zentralnervensystems führen. Bei einer typischen Infektion leiden Betroffene unter Fieber, Durchfall und krampfartigen Bauchschmerzen. Der Stuhl kann mit Schleim, Eiter und Blut versehen sein. Die Erkrankung dauert in der Regel rund eine Woche.
    • Staphylokokken:
      Die kugelförmigen Bakterien sind eigentlich erwünschte Bewohner des menschlichen Organismus. Sie besiedeln Haut und Schleimhäute und erweisen uns gute Dienste. Doch einige Unterarten sind Auslöser von Infektionen der Haut oder des Magen-Darm-Traktes. Staphylokokken sind widerstandsfähig und können bei Raumtemperatur auch außerhalb eines Wirts auf Oberflächen mehrere Tage überleben. Sie mögen es warm und vermehren sich bei rund 30 Grad Celsius am besten. Zudem überstehen die von ihnen produzierten Giftstoffe Kochtemperatur, selbst wenn das Bakterium dabei abstirbt. Sie werden dem Menschen dann zur Gefahr, wenn dessen Immunsystem geschwächt ist oder wenn der Organismus mit den Giftstoffen mancher Unterarten in Berührung kommt. Innerhalb weniger Stunden leiden Betroffene unter Durchfall und Erbrechen. In schweren Erkrankungsfällen kann es zu einer Blutvergiftung kommen.
    • Yersinien:
      Yersinia-Bakterien kommen vorwiegend in der Umwelt vor und suchen sich Nutztiere wie Kühe und Schweine als Wirte. Sie gelangen also über Lebensmittel zum Menschen und können sich in kontaminierten Speisen vermehren. Das ist auch der häufigste Infektionsweg. Betroffene Erwachsene haben oft Symptome einer Blinddarmentzündung, also Bauchschmerzen, Fieber und Durchfall. Unbehandelt sollte die Krankheit nach spätestens drei Wochen abklingen. Eine Antibiotikatherapie ist im Normalfall nicht notwendig.
    • Tropheryma whipplei:
      Die von diesem Bakterium übertragene Krankheit, Morbus Whipple, ist selten, dafür aber umso tückischer. Denn es handelt sich dabei um eine chronische Infektionskrankheit, die sich schleichend entwickelt. Betroffen sind insbesondere Männer mittleren Alters. Es treten Durchfälle, Bauchschmerzen und Gelenkschmerzen, häufig in Verbindung mit Fieber und Gewichtsverlust auf. Das Bakterium kann mehrere Organe befallen, darunter auch Herz, Lunge oder das Zentrale Nervensystem. Betroffene müssen über einen langen Zeitraum hinweg mit Antibiotika behandelt werden. In den ersten beiden Wochen erfolgt die Therapie intravenös. Selbst dann sind aber Rückfälle nicht ausgeschlossen. Unbehandelt führt die Erkrankung zum Tod. Morbus Whipple ist nicht ansteckend. Noch ist weitgehend unklar, wie der Erreger übertragen wird. Er ist in der Umwelt unter anderem in Abwässern auffindbar.
    • Vibrio cholerae:
      Dieser Erreger verursacht die unter den Namen Cholera bekannte Darmentzündung. Sie tritt regional unterschiedlich häufig auf, betroffen sind insbesondere Länder mit niedrigen Hygienestandards. Das Bakterium kommt vorwiegend in Gewässern, auch Meerwasser, vor und wird dementsprechend über kontaminiertes Wasser aufgenommen. Infizierte leiden meist unter einem milden Verlauf, bei dem die Infektion nach rund fünf Tagen wieder abgeklungen ist. Sie haben Bauchschmerzen und wässrige Durchfälle. Nimmt die Krankheit einen schweren Verlauf, sind die Durchfälle derart massiv, dass starker Flüssigkeitsverlust droht. Häufiges Erbrechen trägt dazu ebenfalls bei. Wird die Flüssigkeit nicht ausreichend ersetzt, kommt es zur Austrocknung und in weiterer Folge zu Nierenversagen. Unbehandelt endet die Hälfte der starken Verläufe tödlich.
  • Parasiten
    • Giardien (früher: Lamblien): Lang andauernder und häufig wiederkehrender Durchfall kann auf eine Giardiasis, also eine Infektion mit Giardien hinweisen. Die Einzeller werden über Lebensmittel und Trinkwasser in Form von Zysten übertragen und kommen besonders häufig in warmen Ländern vor. Die Erreger nisten sich in der Dünndarmschleimhaut ein und verändern deren Oberfläche, was sich auf die Nährstoffaufnahme auswirkt. Die Einzeller können sich durch Teilung vermehren. Viele Menschen sind Wirt der Parasiten, ohne es zu wissen. Denn nicht immer treten Beschwerden auf. Neben einem schaumig-wässrigen Durchfall ist eine Giardien-Infektion auch durch Übelkeit, Bauchschmerzen, Ödeme, Nährstoffmangel oder Entzündungen im Bereich der Bauchspeicheldrüse oder des Gallengangs erkennbar.
    • Kryptosporidien: Eine Infektion mit Kryptosporidien erfolgt ebenfalls über Lebensmittel, Wasser und infizierte Menschen oder Tiere. Die Eier des Parasiten werden aufgenommen, dieser nistet sich dann in Darmzellen ein. Durch gute Hygienemaßnahmen kann einer Infektion vorgebeugt werden. Sie äußert sich vor allem durch Bauchkrämpfe und wässrigen Durchfall, bedarf im Normalfall aber keiner ärztlichen Behandlung.
    • Plasmodien: Diese Einzeller sind hauptsächlich in den Tropen anzutreffen. Sie bewohnen zunächst Insekten, bevor sie auf Wirbeltiere übertragen werden. Die Anopheles-Mücke gilt als hauptsächlicher Überträger des Parasiten auf den Menschen. Im Organismus angekommen lösen Plasmodien die Krankheit Malaria aus. Betroffene leiden unter grippeähnlichen Symptomen sowie Durchfall und Erbrechen. Im Normalfall kann Malaria gut medizinisch behandelt werden. Manche Formen rufen allerdings schwere Organkomplikationen hervor und können sogar lebensgefährlich werden.
  • Pilzvergiftung:
    Eine Lebensmittelvergiftung steht in den meisten Fällen in Zusammenhang mit Erregern. Sei es der klassische Nahrungsmittelbotulismus (siehe oben) oder eine Verunreinigungen durch Parasiten. Doch es gibt auch andere Gründe für eine Revolte unseres Verdauungstraktes. Etwa Pilze. Sie können einerseits verdorben sein, was einer Infektion mit Erregern gleichkommt. Oder es sind keine Bakterien im Spiel, sondern der Pilz an sich ist giftig. Der Körper reagiert dann mit heftigem Brechdurchfall, Kreislaufproblemen oder gar Halluzinationen. Eine Pilzvergiftung sollte nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Es ist umgehend ärztliche Hilfe nötig. Im schlimmsten Fall können derartige Vergiftungen zum Tod führen.
  • Psychische Faktoren:
    Stress und Angst sind zwei Ursachen von psychisch bedingtem Durchfall. Treten diese Emotionen auf, produziert der Körper vermehrt Adrenalin, der Blutdruck erhöht sich und der Puls steigt. Der Körper bereitet sich auf Kampf oder Flucht vor. Das löst wiederum eine Überreaktion des Parasympathikus aus und wir bekommen Durchfall. Zusätzlich begünstigen andere Hormone einen vermehrten Einstrom von Flüssigkeit und Elektrolyten im Darm, die Aufnahme dieser in den Körper wird gehemmt. Das führt zu weichem bis wässrigen Stuhl, der schneller zum Darmausgang befördert wird.
  • Koffein:
    Die eine oder andere Tasse Kaffee kann schon einmal Bewegung in die Verdauung bringen. Das kann entweder an einer genetisch veranlagten Unverträglichkeit liegen. Oder an der Wirkung von Koffein auf den Körper. Denn Koffein fördert die Ausschüttung von Gastrin, einem Hormon, dass die Bewegung der Muskulatur ankurbelt. Davon ist auch die Muskulatur der Darmwand betroffen. Zudem wird durch den Genuss von Koffein die Zersetzung der Nahrungsbestandteile beschleunigt. Dadurch gelangt mehr Nahrung in den Darm, was es ihm erschwert, Nährstoffe und auch Wasser zu resorbieren.
  • Medikamente (z.B. Abführmittel) & Therapien (z.B. Strahlenbehandlung):
    Medikamente unterstützen den Körper in der Heilung und sind in vielen Fällen unverzichtbar. Doch sie können den Organismus auch ganz schon aus der Bahn werfen. Durchfall ist eine häufige Folgeerscheinung. Bei einigen Medikamenten, jenen die abführend wirken, ist dieser Effekt durchaus erwünscht. Bei anderen gehört es zu einer lästigen Nebenwirkung. Im Normalfall halten die Symptome nicht lange an. Nach der Einnahme von Antibiotika, mancher Medikamente gegen Diabetes und Alzheimer oder einiger Medikamente und Therapien (z.B. Strahlentherapie) gegen Krebs, konnte häufig das Auftreten von Durchfall beobachtet werden. Gerade bei Antibiotika können die Symptome auch erst mehrere Wochen nach der Einnahme auftauchen und werden deshalb oft nicht in direkten Zusammenhang mit dem Medikament gebracht. Im Zweifelsfall lesen Sie die Packungsbeilage sorgfältig durch oder wenden Sie sich an Ihren Arzt oder Apotheker.
  • Notfall Darminfarkt: Der Begriff Infarkt wird meist in Zusammenhang mit dem Herzen gebracht. Doch auch der Darm kann einen Infarkt erleiden, der als absoluter Notfall gehandhabt werden muss. Dabei kommt es zum Verschluss eines oder mehrerer Blutgefäße in der Darmwand. Durch die akute Durchblutungsstörung wird der Darm nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und Nährstoffen versorgt. Das kann zum Absterben einzelner Teile des Darms führen. In schlimmen Fällen kommt es zu einem Darmverschluss oder gar einem Darmriss. Ein Darminfarkt kann also durchaus tödliche Folgen haben. Die Symptome sind häufig unspezifisch, was ein Erkennen erschwert. Neben Durchfall treten auch (dauerhafte) Schmerzen, Gewichtsabnahme und faulig riechender Stuhl auf. Betroffen sind meist ältere Personen.

Akutem Durchfall vorbeugen

Da akut auftretender Durchfall in den meisten Fällen von einer Infektion mit Erregern ausgelöst wird, besteht die wichtigste Maßnahme in gründlicher Hygiene. Umso mehr gilt dies, wenn man in wärmeren Ländern unterwegs ist. Doch auch in Zentraleuropa führen Bakterien, Viren und Parasiten immer wieder zur Entstehung von Durchfallerkrankungen. Einer Infektion kann mit einigen Maßnahmen gut vorgebeugt werden:

  • gründliches Händewaschen nach jedem Toilettengang und vor jeder Mahlzeit
  • Lebensmittel sachgerecht lagern, gut kühlen
  • Lebensmittel beim Kochen ausreichend erhitzen, insbesondere Eier und Geflügelfleisch
  • Auf öffentlichen Toiletten auf die Benutzung von Stückseife und Stoffhandtüchern verzichten – diese können viele Krankheitserreger beinhalten. Stattdessen Einmalpapierhandtücher benutzen.
  • Türklinken von Toiletten, Waschbecken, WC-Spülkopf und -Brille regelmäßig gründlich säubern
  • Wird die Wasserleitung über längere Zeit nicht benutzt, das Wasser vor Nutzung einige Minuten ablaufen lassen
  • Spülschwämme in der Küche regelmäßig wechseln bzw. auskochen
  • Auftauwasser und Fleischsaft von Lebensmitteln so entsorgen, dass keine anderen Gegenstände damit in Berührung kommen
  • Küchengeräte und Arbeitsfläche nach der Benutzung mit heißem Wasser und Seife reinigen
  • nur an ausgewiesenen Badestellen schwimmen gehen

Durchfall vorbeugen durch gesunde Darmflora

Eine Infektion mit einer Durchfallerkrankung kann natürlich nicht immer verhindert werden. Aber es hilft schon, wenn der Darm und seine natürlichen Bewohner gesund gehalten werden. Denn in unserem Darm gibt es unzählige Bakterien, die mit uns in Symbiose leben. Sie unterstützen den Darm bei der Verdauung, produzieren einige Vitamine und sind maßgeblich an der Funktion unseres Immunsystems beteiligt. Sind ausreichend viele dieser guten Bakterien in unserem Darm angesiedelt, besetzen sie Stellen, an denen Erreger andocken würden. Damit schützen sie uns schon alleine durch ihre Anwesenheit vor krankmachenden Keimen. Mithilfe einer Probiotika-Kur werden nützliche Bakterien im Darm angesiedelt. Hat man also das Gefühl besonders anfällig für Infekte zu sein, kann diese Kur bereits einiges zur Vorbeugung einer Erkrankung beitragen.

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Akuter Durchfall bei Kindern

Akuter Durchfall bei Kindern unterscheidet sich in Symptomatik und Ursachen nicht von jenem bei Erwachsenen. Meist beruht er auf einer Infektion mit Viren oder Bakterien. Bei Kindern, vor allem Kleinkindern, besteht jedoch schon viel früher Handlungsbedarf, da sie schneller dehydrieren. Je jünger das Kind, desto höher das Risiko.

Es sollte umgehend ein Arzt aufgesucht werden, wenn:

  • das Kleinkind jünger als zwölf Monate ist
  • der Durchfall länger als sieben Tage anhält
  • das Kind nicht mehr trinkt
  • Symptome wie hohes Fieber, Bauchschmerzen, häufiges Erbrechen, blutiger Stuhl oder eine harte Bauchdecke auftreten
  • Grunderkrankungen bestehen

 

Fragen und Antworten zu akutem Durchfall

Wie lange dauert akuter Durchfall?

Medizinisch gesehen spricht man dann von akutem Durchfall, wenn er nicht länger als zwei Wochen anhält. Die meisten akuten Durchfallerkrankungen sollten nach einigen Tagen überstanden sein.

Was hilft schnell und effektiv gegen Durchfall?

Die wichtigste Maßnahme bei akutem Durchfall ist es, genügend Wasser und Elektrolytgetränke zu sich zu nehmen. Zur schnellen Genesung sollte man Diät halten und nach Bedarf Kohletabletten einnehmen.

Welches Medikament bei starkem Durchfall?

Es gibt einige Medikamente, die bei Durchfall eingesetzt werden, etwa Loperamid oder Imodium akut. Der Einsatz von Medikamenten sollte allerdings immer mit dem Arzt besprochen werden. Mobilitätsblocker stoppen die Entleerung, was im Fall von krankmachenden Erregern oder Vergiftungen nicht immer die beste Methode ist, da diese so länger im Körper bleiben.

Was kann man warm essen bei Durchfall?

Generell ist es bei Durchfall empfehlenswert, Diät zu halten und nur Schonkost zu sich zu nehmen. Möchte man warm essen, ist eine Karottensuppe besonders wohltuend. Die Karotten binden Flüssigkeit und unterstützen den Körper bei der Beseitigung von Keimen.

Können Medikamente Durchfall verursachen?

Ja, der Körper reagiert auf manche Medikamente mit Durchfall. Das kann etwa bei Antibiotika oder Medikamenten gegen Diabetes vorkommen. Auch eine Chemo- oder Strahlentherapie kann Durchfall hervorrufen.

Wann sollte man bei Durchfall zum Arzt gehen?

Ärztliche Hilfe sollte dann aufgesucht werden, wenn nach 72 Stunden keine Besserung feststellbar ist, wenn der Durchfall schleimig oder blutig ist und wenn weitere Symptome wie Fieber, starke Schmerzen oder Dehydrationssymptome auftreten. Bei kleinen Kindern und sehr alten Personen sollte in jedem Fall ein Arzt hinzugezogen werden.

 

Quellen:

Volkmann, Peter-Hansen (2019), Darm gesund Mensch gesund, ganz einfach, 2. Auflage, Lübeck

https://www.laves.niedersachsen.de/startseite/lebensmittel/lebensmittelgruppen/fleisch_fleischerzeugnisse/nahrungsmittelbotulismus-73509.html#:~:text=Der%20Name%20Botulismus%20ist%20abgeleitet,%2D%20oder%20Gem%C3%BCsekonserven%2C%20verursacht%20wird.

https://www.hauswirtschaft.info/hygiene/botulismus.php

https://www.hauswirtschaft.info/hygiene/bacillus.php

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https://tropeninstitut.de/malaria

Autor: Dr. Gerhard Wallner

Dr. med. Gerhard Wallner ist der Begründer der Marke Kompetenzzentrum Bauch . Der gebürtige Salzburger führte in seiner aktiven Zeit als Arzt ein Gesundheitszentrum in Wien und verschrieb sich der Forschung und Behandlung in der Darm-Medizin. Sein jahrzehntelang gesammeltes Know-How fließt nun in die Entwicklung der Dr. Wallner Nahrungsergänzungsmittel.